Sendung der Apostel und Bischöfe durch Jesus Christus

Christus sendet die Apostel (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Duccio_di_Buoninsegna_016.jpg)
Das Erlöserwerk Jesu Christi und seine Fortsetzung in der Kirche
Aus Liebe zu uns Menschen sandte Gott seinen Sohn in die Welt, um sie von ihren Sünden zu erlösen: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat“ (Joh 3,16). Der ewige Sohn Gottes wird Mensch zu unserem Heil. Thomas von Aquin betont, dass Jesus Christus sein Erlöserwerk aus Gehorsam gegenüber seinem Vater und aus Liebe zu uns sündigen Menschen durch sein Leben, Leiden, Kreuzesopfer und seine Auferstehung vollbrachte. Christus war gehorsam bis zum Tod am Kreuz (Phil 2,8). Er tilgt unsere Sünden, aber unser Mitwirken durch ein Leben in der Gottes- und Nächstenliebe ist dabei erforderlich. Gott will freie Menschen, die ihm aus Liebe folgen.
Um sein Erlöserwerk fortzusetzen, gründete Jesus die Kirche, indem er zunächst Apostel (Mt 4,18-22) berief, an deren Spitze Simon Petrus stand. Auf diesen Felsen baute der Herr seine Kirche. Obwohl Petrus seinen Meister verleugnete und alle Apostel ihren Herrn im Ölgarten verlassen hatten, hielt Jesus sein Wort und verlieh ihnen nach seiner Auferstehung den Heiligen Geist zur Vergebung der Sünden (Joh 20,21-23). Er betete für Petrus, dass sein Glaube nicht erlischt. Dreimal stellte Jesus ihm die Frage, ob er ihn liebe und beauftragte ihn, seine Schafe und Lämmer zu weiden (Joh 21,15-17). Die erneute Geistsendung durch Jesus vom Vater am Pfingsttag (Apg 2,2-4) ist die endgültige Geburtsstunde der Kirche. Die Apostel folgten nun dem Auftrag des Herrn: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21). „Wer euch hört, der hört mich; wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat“ (Lk 10,16). „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch bis zum Ende der Tage (Mt 28,19). Die Verkündigung Jesu bezieht sich auf unsere Umkehr (Mk 1,15) und hat ihr Zentrum in der Gottes- und Nächstenliebe, daran hängt das Gesetz und die Propheten (Mt 22,40).
Wenn wir den Heiland lieben, werden wir seine Gebote halten und die Allerheiligste Dreifaltigkeit wird in uns wohnen (Joh 14,23). Während seiner Abschiedsreden mahnte Jesus die Apostel zur Einheit (Joh 17,21). An diese Anweisung hielten sie sich unter anderem auf dem Apostelkonzil in Jerusalem, als es darum ging, ob die Heiden vor ihrer Taufe beschnitten werden sollten. Petrus und Paulus berichteten von ihren Missionserfolgen; die Versammlung einigte sich darauf, dass Heiden ohne Beschneidung getauft werden können, sich aber von Unzucht und Unreinem enthalten müssen (Apg 15,1-29). Ebenso gehen die Apostel bei der Wahl des Matthias (Apg 1,15-26), bei der Bestellung und Weihe der Diakone (Apg 6,1-7) sowie bei der Sendung von Petrus und Johannes nach Samarien (Apg 8,14-17) vor. Als Petrus in Antiochien aus Furcht vor dem Einspruch der Judenchristen mit den Heidenchristen keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr einnahm, hielt ihm Paulus dies freimütig vor, ohne sich aber von ihm und damit von der Kirche zu trennen (Gal 2,11-14).
Um den Auftrag Jesu fortzuführen, weihten die Apostel Bischöfe als ihre Nachfolger und diese wiederum Priester als ihre Helfer (1 Tim 4,14; 2 Tim 1,6; Titus 1,6). Die Sendung der Apostel durch den Herrn beinhaltet die Verkündigung des Evangeliums (Lehramt: Mt 28,19; Lk 10,16), die Spendung der Sakramente (Amt der Heiligung) sowie das Hirtenamt (Leitungsamt: Mt 16,18 und 18,18). Mit den Worten „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19) beauftragte Jesus die Apostel mit der Feier der Eucharistie und weihte sie zu Bischöfen. Damit vermittelte er ihnen neben dem Amt der Leitung die Vollmacht, Nachfolger einzusetzen und durch Handauflegung zu ihrem Dienst zu bevollmächtigen (Weihesakrament). Nach seiner Auferstehung schenkte er ihnen den Heiligen Geist zur Vergebung der Sünden (Beichte: Joh 20,21-23). Die Apostel und ihre Nachfolger tauften (Mt 28,19), firmten (Apg 8,14-17, 19,2-6) und spendeten die Krankensalbung (Jak 4,15). Über die Unauflöslichkeit der Ehe zwischen Mann und Frau äußerte sich Jesus sehr deutlich (Mk 10,9).
Die Sendung der Bischöfe als Nachfolger der Apostel erfolgt in Gemeinschaft mit und unter dem Papst als Inhaber der Schlüsselgewalt (Mt 16,18) und untereinander. Auch Paulus suchte die Einheit mit Kephas (Petrus), nachdem Jesus sich ihm geoffenbart hatte (Gal 1,18), bevor er seine Sendung fortsetzte.
Die kirchliche Gemeinschaft zwischen Papst, Bischöfen und Gläubigen
Es gehören mindestens zwei Seiten zu einer Gemeinschaft. Es genügt nicht zu sagen, ich bin in der Kirche und bete für den Papst und die Bischöfe, ohne von diesen angenommen und anerkannt zu sein. Es fehlt in diesem Fall die kirchliche und damit die göttliche Sendung. Ein Glauben außerhalb der kirchlichen Einheit stellt sich gegen den Wunsch Jesu, „dass alle eins seien“ (Joh 17,21). Verlässt man diese Einheit, sündigt man gegen die Liebe und gegen den Glauben. Dieser bezieht sich auf den Inhalt der Verkündigung Jesu (hier: dass alle eins seien) sowie das Vertrauen auf ihn und seine Verheißungen (die Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überwinden). Mittel- und langfristig wird man auch den katholischen Glauben verlieren, wenn man die Einheit verlässt, wie das Beispiel der Waldenser zeigt, das weiter unten etwas ausführlicher behandelt werden wird.
Bleiben wir deshalb in der vollen Gemeinschaft und der Einheit mit dem Papst und dem Ortsbischof, so wie es der Priester im Römischen Kanon betet: In Gemeinschaft mit deinem Diener unserem Papst Leo und unserem Bischof (hier wird dessen Name genannt). Die Heilige Messe wird von einem Bischof oder einem Priester gültig gefeiert, wenn er das tun will, was die Kirche tut und die Wandlungsworte über das Weizenbrot und den Wein spricht, auch wenn er falsch denken oder predigen sollte. Das Zentrum der Handlung steht die Konsekration: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird. Hier wird der Bezug zum einmaligen Kreuzesopfer Jesu Christi deutlich, das in jeder Heiligen Messe geheimnisvoll gegenwärtig wird.
Geschehen Dinge im Ablauf des Gottesdienstes, die nicht korrekt sind, so erinnern wir uns an die Grausamkeiten beim Kreuzesopfer, die Jesus unserer Sünden wegen erduldete. Denken wir auch daran, dass Gott sich seine Sakramente nicht zerstören lässt. Haben wir Glauben und Vertrauen in seine Allmacht. Jesus ist Gott: Er sah und sieht alles, auch unser Leid während der Heiligen Messe. Sind wir Ihm treu wie Maria und Johannes unter dem Kreuz: Jesus hat uns auch damals während seiner Leiden gesehen: ob wir zu Ihm in die Sonntagsmesse (Apg 20,7) gekommen sind oder es vorgezogen haben, eine Messübertragung im Fernsehen anzusehen und damit unsere Sonntagsverpflichtung nicht erfüllt haben. Oder ob wir in einen Gottesdienst gegangen sind, der nicht In Gemeinschaft mit deinem Diener unserem Papst Leo und unserem Bischof gefeiert wurde. Auch wenn der Priester sich dabei dieser Worte bedient haben mag, so sind es leere Worte, weil die kirchliche Sendung durch den Papst und den Ortsbischof sowie die Aufnahme in die kirchliche Einheit durch diese fehlt. Hier wird das Messopfer nicht im Namen der Kirche dargebracht.
In allen katholischen Riten der Eucharistischen Feier wird das Evangelium verkündet und die heilige Wandlung vollzogen: Wort und Sakrament (Apg 2,42 und 46) sind damit zu unserer Heiligung vorhanden – einfacher und inniger ausgedrückt: Jesus ist da, unser Herr und Gott! Das wusste der hl. Carlo Acutis, der ausschließlich den neuen Ritus kannte, täglich zur Heiligen Messe ging, wöchentlich beichtete und die Eucharistie als seine Autobahn in den Himmel bezeichnete. Er führte seine Eltern und andere Menschen in die Kirche Jesu Christi. Es sei hier auch an die vielen Märtyrer in Nigeria oder anderswo erinnert, die ebenfalls nur den neuen Ritus kannten. Sind wir dankbar für jede Heilige Messe und bemühen wir uns um Demut. Bei ungerechter Behandlung oder Bevorzugung anderer müssen wir die Gefahr der Sünde meiden und dürfen die kirchliche Gemeinschaft nicht verlassen, wie es uns viele Heilige vorgelebt haben.
Das Beispiel der Heiligen
Der hl. Athanasius wurde mehrere Male seines unerschütterlichen Glaubens an die Gottheit Jesu Christi wegen in die Verbannung geschickt. Auch Papst Liberius wandte sich durch eine unter der Folter erzwungene Unterschrift von ihm ab. Athanasius blieb dem Glauben und dem Papst trotzdem treu und trennte sich nicht von der Kirche durch unerlaubte Bischofsweihen. Der hl. Eusebius weihte Bischöfe mit Einverständnis des hl. Basilius, weil der für Eusebius zuständige Metropolit (Erzbischof) nicht in Einheit mit dem Papst und dem katholischen Glauben war. Die Metropoliten regelten damals als Delegierte des Papstes die Weihe neuer Bischöfe. Die Quellenlage für die damalige Zeit ist nicht immer eindeutig.
Umso deutlicher wird Pius XII. in seinem Schreiben Ad Apostolorum Principis (29.6.1958): Bischofsweihen gegen den erklärten Willen des Papstes sind ein schwerer Verstoß gegen die Einheit der Kirche. Diese Bischöfe haben nach dem Konzil von Trient (Kanon 7 bezüglich des Weihesakramentes) kein kirchliches Mandat und sind keine rechtmäßigen Diener des Wortes Gottes sowie seiner Sakramente. Pius XII. schreibt, dass ohne päpstliche Ernennung oder Bestätigung neuer Bischöfe wegen der fehlenden kirchlichen Gemeinschaft ein Schisma entsteht, eine Kirchenspaltung, die mit einer Exkommunikation geahndet wird. Das bestätigt auch Kanon 751 des heutigen Kirchenrechtes (vgl. zu den kirchenrechtlichen Fragen das Motu proprio Ecclesia Dei des hl. Johannes Paul II.). Man ist aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen und darf die Sakramente nicht empfangen. Die Exkommunikation tritt nach geltendem Kirchenrecht automatisch sowohl für die Bischöfe ein, die die Weihe spenden, als auch für die Neugeweihten (Kanon 1382 des Kirchenrechtes). Diejenigen, die diese Handlung gegen den Willen des Papstes befürworten, ziehen sich ebenso die Strafe der Exkommunikation zu, weil durch ein Schisma die kirchliche Einheit und damit die Liebe schwer verletzt wird (Kanon 1364 des Kirchenrechtes). Auf einen Notstand nach Kanon 1323,4 des Kirchenrechts kann man sich dabei nicht berufen, weil in der Kirche der Glauben überliefert und die Sakramente gespendet werden. Dass die Piusbruderschaft nicht einmal in Erwägung zieht, in Zukunft mit wohlwollenden, fest in der katholischen Kirche beheimateten Bischöfen bei der Sakramentenspendung zusammenzuarbeiten, schließt einen Mangel an Glauben sowie eine schismatische und sektiererische Gesinnung ein.
Der hl. Franziskus und Peter Waldes waren beide reiche Kaufleute, die sich den Armen besonders verbunden fühlten. Sie verschenkten ihr Vermögen und predigten mit kirchlicher Erlaubnis das Evangelium. Peter Waldes nahm so sehr Anstoß an den Sünden in der Kirche, dass er sich von ihr abwandte und andere Menschen mit in die Trennung führte. Die Waldenser sind bis heute nicht in der Gemeinschaft der katholischen Kirche und teilen auch nicht ihren Glauben. Eine Trennung führt immer in die Irrlehre und ist gegen die Liebe. Die hl. Katharina von Siena hatte von Jesus den Auftrag, den in Avignon weilenden Papst wieder nach Rom zurückzuholen. Sie tat dies mit höchstem Respekt für den Nachfolger Petri und Stellvertreter Christi auf Erden, ohne irgendetwas zu beschönigen. Der hl. John Fisher verweist auf den Irrtum des Propheten Nathan, der David beauftragte, für Gott einen Tempel zu bauen (1 Chr 17,1-15). Der Herr wollte jedoch, dass Salomo dieses Werk in Angriff nahm – und so geschah es auch. Auch der hl. Apostel Petrus irrte sich, als er Jesus, seinen geliebten Meister, vom Leiden abhalten wollte (Mt 16,22). John Fisher bemerkt, dass der Heilige Geist, den Jesus den Aposteln verheißen (Joh 15,26) und an Pfingsten gesandt hatte (Apg 2,2-4), bis heute die Irrtümer in der Kirche korrigieren werde, denn die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen (Mt 16,18). John Fisher blieb der Lehre Jesu Christi und dem Papst trotz einer harten und erniedrigenden Gefängnisstrafe treu und wurde unter König Heinrich VIII. enthauptet. Ebenso der hl. Thomas Morus, den John Fisher von der Vorrangstellung des Papstes über das Konzil überzeugen konnte. Der hl. Vinzenz von Paul war Kaplan und Erzieher bei der Adelsfamilie de Gondi. Wenn Frau de Gondi auf ihren Ländereien ohne Vinzenz unterwegs war, schrieb sie die Absolutionsformel auf einen Zettel und zeigte diesen den ungebildeten und sehr nachlässigen Priestern. Sie wusste um deren auf Jesus zurückgehende sakramentale Vollmacht, ehrte sie als Abbilder Gottes (Gen 1,27), als Kinder des ewigen Vaters der Taufe wegen und als Diener Christi ob ihrer Weihe. Ahmen wir ihr Vorbild nach. Vinzenz kümmerte sich um die Armen, verkündete das Evangelium und leistete viel zur Ausbildung künftiger Priester sowie deren Fortbildung durch Exerzitien. Frau de Gondi finanzierte diese Vorhaben mit. Unter schwerem Druck weltlicher Mächte verbot der Papst ungerechterweise den Jesuitenorden. Dessen Wiederzulassung ließ etwa 40 Jahre auf sich warten. Die Jesuiten waren gehorsam und wirkten so gut sie konnten in Verbindung mit dem Papst und den Bischöfen im Weinberg des Herrn. Die Christen in Japan waren etwa 250 Jahre ohne Priester. Die Jesuitenmissionare lehrten sie vor ihrem Martyrium das Sehnen nach der Heiligen Messe, der Beichte und der Krankensalbung. Künftige katholische Priester werden sie an ihrer Verbindung mit der Gottesmutter Maria und dem weißen Mann in Rom (dem Papst) erkennen. Die im 19. Jahrhundert angekommenen Priester waren überrascht, als sie von den Einheimischen danach gefragt wurden. Diese Tatsache passt sehr gut zu einem Traum des hl. Don Bosco, der das Schiff der Kirche mit dem Papst als Steuermann zwischen zwei Säulen ankern sah: Auf der einen erblickte er das Allerheiligste Altarsakrament, auf der anderen die Gottesmutter Maria. Der hl. P. Pio musste viel von Seiten der kirchlichen Oberen erdulden. Mehrere Jahre durfte er nicht öffentlich zelebrieren und die Beichte abnehmen; immer wieder wurde er gedemütigt und verhört. Er verriet seine göttliche Sendung nicht, verließ aber auch nicht die Kirche Jesu Christi, sondern ertrug alles in Demut und im Gehorsam. Er lebte unter großen Schwierigkeiten die Gottes- und Nächstenliebe. So verhielt sich auch Kardinal Mindszenty sowie andere durch kirchenfeindlichen Mächte verfolgte und unterdrückte Bischöfe, als sie vom Papst zum Rücktritt gezwungen wurden, damit er in den entsprechenden Ländern die Seelsorge aufrechterhalten konnte. Sie gründeten keine eigene Gemeinschaft durch die Weihe von Bischöfen.
Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Kirche von schwersten Krisen an Haupt und Gliedern erschüttert: im vierten Jahrhundert leugneten die Arianer die Gottheit Christi. Sie hatten sehr viele Anhänger auch unter Bischöfen, Priestern und Kaisern. Sogar Päpste wurden schwankend. Trotzdem gründeten der hl. Athanasius und der hl. Hilarius keine eigene Gemeinschaft. Im Mittelalter, während des sogenannten saeculum obscurum (Das „dunkle Jahrhundert“ in der Zeit des 9. und 10. Jahrhunderts), gab es extrem verweltlichte Päpste, die sogar die Weihen ihrer Vorgänger für ungültig erklärten, was aber nicht möglich ist. Die Zeiten der Renaissance und der sogenannten Reformation sowie der Aufklärung erschütterten die Kirche Jesu Christi immens: Die Menschen haben nicht immer recht gehandelt – wir haben immer dementsprechende Fehlentscheidungen. Die Gesetze Gottes aber sind unveränderlich und heilig, weil Gott über allem sein Gleichgewicht hält: Sind wir daher immer den Gesetzen Gottes treu. Die Kirche wird immer angegriffen (bis zum Ende der Zeiten) – nähren wir unseren Glauben, indem wir immer mit Gott eine innige Verbindung durch Gebet und Sakramente aufnehmen; jeder hat hier unten ein Amt für sich: für Gott und den Nächsten da sein – die Mitte ist, den Glauben in der richtigen Auffassung halten können. Auf Erden gibt es keine Gerechtigkeit, erst im Himmel, vertrauen wir auf den lieben Gott, an Ihm kommt niemand vorbei!
Gnadengeschenke Gottes vermittelt in und durch die Kirche
Trotz unserer Sünden wird immer das Wesentliche in der Kirche gemäß dem Auftrag Jesu (Mt 28,19) überliefert. Überlieferung heißt auf Latein traditio – Tradition: Das Einmaleins des Glaubens: die 10 Gebote, die Sakramente, das Glaubensbekenntnis, das Vater unser, das Ave Maria, die Einheit mit dem Papst und den Bischöfen. Der Glaube ist einfach (nicht primitiv!), jeder kann ihn in seinem Leben umsetzen. Jesus gibt uns dazu seine Gnade im Übermaß. Bemühen wir uns darum durch das tägliche Gebet, die Mitfeier der Sonntagsmesse und die Nächstenliebe. Der Rosenkranz ist die Entfaltung des Glaubensbekenntnisses und verdichtet das Evangelium. Wenn wir ihn beten, betrachten wir das ganze Leben Jesu im freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz (Kardinal Meisner): Beginnend mit dem Kreuzzeichen als dem Zeichen unserer Erlösung, dem Vater unser, das uns der Herr selbst gelehrt hat mit seinen sieben Bitten, dem biblisch begründeten Ave Maria und den in dessen Mitte enthaltenen Geheimnissen Glaube, Hoffnung und Liebe. Wir können bei Zeitmangel auch Teile beten oder statt zehn Ave Maria nur eines.
Bekennen wir Jesus vor den Menschen, statt aus der Kirche auszutreten! Denn dann verleugnen wir Christus und seine Kirche vor den Standesbeamten: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen“ (Mt 10,32). Die Kirche ist der geheimnisvolle Leib Christi und sie ist sichtbar, sie lässt sich nicht trennen in eine Amtskirche und in eine sogenannte Kirche der wahren Gläubigen. Die Kirche ist unsere Mutter und blutet unserer Sünden wegen aus vielen Wunden. Der Heiland identifiziert sich mit ihr, denn sie ist der geheimnisvolle Leib Christi. Kümmern wir uns deshalb nicht um die Sünden der anderen, sondern ziehen wir zunächst den Balken aus unserem eigenen Auge (Mt 7,3-5). Der Herr verlangt von Petrus, seinem Bruder immer wieder zu verzeihen (Mt 18,21f), hören wir auf Ihn! Mit dem Maß, mit dem wir messen, wird auch uns zugeteilt werden (Mt 7,2). Hochmut kommt vor dem Fall (Spr 16,18). Meiden wir Skandalnachrichten, hinterfragen wir kritisch unseren Medienkonsum – konzentrieren wir uns vielmehr auf unsere Pflichten!
Wir müssen Gott mehr als den Menschen gehorchen (Apg 5,29), dürfen aber dabei nicht sündigen. Die Heiligen haben uns ein Beispiel durch ihr Verhalten gegeben. Gott will die Einheit. Gott mehr gehorchen als den Menschen bedeutet nicht, dass man die Kirche als Familie Gottes verlassen und seine eigene Teilkirche durch Bischofsweihen ohne Zustimmung und außerhalb der Gemeinschaft mit dem Papst und den Bischöfen gründen darf; denn gerade dann ist man Gott ungehorsam! Der Zweck heiligt niemals die Mittel: Man darf nicht das Böse tun, um das Gute zu erreichen (Röm 3,8). Jesus ist Gott – Er täuscht nicht und kann nicht getäuscht werden. Er hat alles vorhergesehen und verlangt keine sündigen Taten von uns.
Die Kirche rettet uns, nicht wir die Kirche.
Text: P. Christoph Fuisting FSSP und P. Dr. Dr. Andreas Hirsch FSSP