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Unter den Augen Gottes, nach dem Vorbild der Hl. Familie

Am 13. Februar weihte S.E. Wolfgang Haas, Erzbischof von Vaduz, neun Seminaristen des Priesterseminars St. Petrus in Wigratzbad zu Subdiakonen. Drei von ihnen studieren in der deutschsprachigen Sektion des internationalen Seminars.
 

© Priesterbruderschaft St. Petrus

 

Der Erzbischof wandte sich zuerst an die Angehörigen, welche die Zeremonie per Livestream mitverfolgen konnten, und erinnerte daran, dass nicht nur die Seminaristen und Priester in besonderer Weise unter dem gnadenvollen Blick Gottes ständen, auch alle Gläubigen müssten unter den Augen Gottes leben und sich unter den Höchsten, Christus, den Herrn, stellen und sich für ihr Leben verantworten. Dieses „sub“ (unter) könne man immer in der Lehre der Kirche finden. Wenn nun die Gläubigen in den Subdiakonatsweihen mit den Augen der physisch anwesenden heilige Handlungen sehen und Gebete hören, sollten sie im Glauben, im Denken und im eigenen Gebet immer tiefer die Ausrichtung ihres Lebens auf den Höchsten, Jesus Christus, durchdringen und verinnerlichen.

Zum Empfang der Weihe traten nun die Kandidaten mit Schultertuch, Albe und Zingulum bekleidet und einer brennenden Kerze in der Hand vor den Bischof hin. Nachdem sie vom Bischof noch einmal ermahnt wurden, ihre Entscheidung gut abzuwägen, legten sie sich beim Klang der gesungenen Allerheiligenlitanei flach auf den Boden, um so ihre Ganzhingabe zum Ausdruck zu bringen. Es folgten eine Reihe von Belehrungen über die äußeren und inneren Pflichten des Subdiakons. Schließlich reichte Bischof Haas den Kandidaten den Messkelch, die Patene und die mit Wein und Wasser gefüllten Kännchen zur Berührung. Damit wurde symbolisch angezeigt, dass sie nun die Vollmacht besitzen, die heilige Gefäße zu reinigen. Schließlich erhielten die Weihekandidaten die liturgischen Gewänder und das Lektionar als Zeichen der Vollmacht, die Epistel zu verlesen.

Vor dem Hintergrund des jüngst von Papst Franziskus ausgerufenen Jahr des heiligen Joseph stellten sich die neugeweihten Subdiakone zum Schluss unter den besonderen Schutz des mächtigen Kirchenpatrons und erinnerten sich an die Eingangsworte von Bischof Haas: „Wir müssen uns so unter den Willen Gottes stellen, wie es Maria in der Tiefe Ihres Herzen so vorbildlich für alle Menschen getan hat. Und auch wie Ihr keuscher Bräutigam, der heilige Joseph, dem die heilige Jungfrau Maria anvertraut war. Nehmen wir uns an Ihnen ein Vorbild.“

 

Der Subdiakon assistiert am Altar in einem sogenannten Levitenamt. Er betet mit Zelebrant und Diakon das Ordinarium, singt die Epistel und reinigt die heiligen Gefäße. Die liturgischen Gewänder des Subdiakon sind Schultertuch, Albe, Manipel und Tunicella. Das Subdiakonat ist in der reformierten Liturgie Papst Pauls VI. nicht mehr vorgesehen, besteht aber in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus fort und wird an Seminaristen gespendet, die kurz vor dem Studienabschluss und dem Empfang der Diakonenweihe stehen.

Autor: Josua Falkenau, Seminarist