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Niedere Weihen: Leben nach dem Vorbild des hl. Joseph

Ein Stück Nazareth lebte in der Hauskapelle St. Joseph auf, als Erzbischof Haas im Priesterseminar St. Petrus die Niederen Weihen spendete und den Kandidaten das Vorbild des Nährvaters Jesu ans Herz legte.
 

© Priesterbruderschaft St. Petrus

 

Am Samstag, den 6. März 2021, zog S. E. Wolfgang Haas mit sechzehn Seminaristen, darunter fünf aus der deutschen Studiengruppe, in die Seminarkapelle ein, um sie zu Ostiarier, Lektoren, Exorzisten und Akolythen zu weihen.

Gleich zu Beginn wandte sich der Erzbischof von Vaduz an die Anwesenden in der Kapelle und vor den Bildschirmen und stellte eine Verbindung zwischen den Weihestufen und der Gestalt des hl. Joseph her. So sei der Pflegevater Jesu ein Ostiarier gewesen, der die Schlüssel des Hauses in Nazareth verwaltete und verantwortlich dafür war, dieses Heim zu einem heiligen Ort für Maria und den kleinen Jesus zu machen. Auch sei er der Lektor, also Vorbeter, der Heiligen Familie gewesen und ein Exorzist, der diese vor dem Bösen bewahrte, wie z.B. auf der Flucht nach Ägypten. Der hl. Joseph werde daher in einer eigenen Litanei mit dem Titel ‚Schrecken der Dämonen’ angerufen. „Der hl. Joseph war zudem ein Akolyth“, so der Erzbischof weiter, „hat er doch schon an der Krippe, dem ersten Altar, mit Licht für Helligkeit und Wärme gesorgt.“

Nach der Ansprache des Bischofs traten acht Seminaristen des dritten Jahres vor den Altar und nahmen die Kirchenschlüssel entgegen, mit denen sie die Kapellenpforte einmal verschlossen und wieder öffneten. Damit wurde ihnen symbolisch der Pförtnerdienst (Ostiarier) übertragen. Anschließend empfingen dieselben Seminaristen die Weihe zum Lektor: Der Bischof reichte ihnen das Lektionar als Zeichen der Vollmacht, die liturgischen Lesungen zu verkünden.

Nun waren acht Seminaristen des vierten Jahres an der Reihe. Zuerst empfingen sie die Weihe zum Exorzisten, ein Amt, dessen Ausübung zwar ausschließlich Priestern mit Beauftragung des Ortsbischofs vorbehalten ist, das jedoch den Seminaristen als Stärkung auf dem Weg zum Priestertum und für den lebenslangen Kampf gegen das Böse dienen soll. Darauf folgte die Akolythenweihe. „Schüttelt ab die Werke der Finsternis“, betete der Bischof, als er den acht Kandidaten brennende Kerzen überreichte, „und ziehet an die Waffen des Lichtes! (...) Wandelt als Kinder des Lichtes!“

Mit feierlichen Segensgebeten über die neugeweihten Seminaristen vollendete S. E. Wolfgang Haas schließlich die pontifikale Stillmesse in der Hauskapelle des Priesterseminars.

 

Niedere Weihen: In der Petrusbruderschaft gliedert sich der Weg zum Priestertum in sieben Stufen, den vier niederen und den drei höheren Weihen. Diese aufeinander aufbauenden Weihestufen sind in der außerordentlichen Form des römischen Ritus zugleich einzelne Ämter, die als Vorstufen zum Priesteramt gelten. Zu den niederen Weiheämtern zählen der Ostiarier, der Lektor, der Exorzist und der Akolyth.

Autor: Josua Falkenau, Seminarist