Mittenwald

Niederlassungsinfo

Gnadenreiches Osterfest wünschen Ihnen die Patres aus Mittenwald
 

 

▶▶ Predigten online von P. Eugen Mark FSSP

 


Seit 14. September 2008 gibt es – mit der Genehmigung des Erzbischofs von München und dem Pfarrer von Maria Himmelfahrt - die heilige Messe im außerordentlichen Ritus in der Sebastianskapelle in Garmisch - Partenkirchen. Zunächst zelebrierten Priester der Bruderschaft aus Wigratzbad und Bettbrunn an Sonn– und Feiertagen die hl. Messe. Ende November 2009 konnte Pater Christoph Fuisting in eine Wohnung in Mittenwald einziehen, die der Gemeinschaft vererbt worden war. Dadurch konnte das Meßangebot und die Seelsorgstätigkeit in den folgenden Jahren ausgebaut werden. Durch mehrere Gläubige aus Ehrwald in Tirol ergab sich darüber hinaus die Zelebration in den Orten Ehrwald und Brand einmal im Monat von April bis Oktober. Pater Gerald Gesch kam Ende 2012 nach Mittenwald, um die inzwischen  übernommene Tätigkeit in Nord – und Südtirol zu unterstützen. Außerdem waren die beiden Priester in zwei Altenheimen in Partenkirchen tätig. Mit einem Pfarrerwechsel in Mittenwald im Herbst 2013 kam außerdem noch die seelsorgliche Betreuung des dortigen Altenheims hinzu sowie eine wöchentliche hl. Messe in der Pilgerhauskapelle.
Derzeit ist die Kapelle St. Sebastian gesperrt aufgrund der C- Maßnahmen. Seit einem Jahr müssen wir auf Mittenwald ausweichen. In der Pilgerhauskapelle finden die hl. Messen am Sonntag und Dienstag jeweils um 9.00 Uhr statt. Davor wird um 8.30 Uhr der Rosenkranz gebetet und es besteht Beichtgelegenheit in der Sakristei.

 

Unser Apostolat im Werdenfelser Raum und Karwendelgebiet ist dem hl. Josef anvertraut. Betrachten wir das verborgene Leben des hl. Josef. Er war stets im Hintergrund, wachsam und setzte die Anweisung des Engels jeweils sofort um. Wir wollen einige Betrachtungen anstellen anhand der Litanei des hl. Josef.

Du erlauchter Sproß Davids
Josef ist von edler Abstammung. In seinem Stammbaum findet sich der König David, der trotz seiner Verfehlungen, Gott treu gedient hat. So dient der hl. Josef ehrfürchtig Gott. Die Ehrfurcht des Herrn ist der Beginn der Weisheit. Ehrfurcht ist ein tiefer liebender Respekt seinem Gegenüber, die Liebe verbietet es ihm, den zu enttäuschen, den ich liebe.

Du Licht der Patriarchen
Josef von Nazareth steht im Glauben. Wie Abraham hat Josef seinem Gott glauben geschenkt und ebenfalls sehr gerecht. Josef ist der Nährvater Jesu, der tatsächlich vom himmlischen Vater hingeopfert wird für unsere Sünden. Die Patriarchen sehnten den Tag des Messias herbei. Jesus ist das Licht und Josef wird als sein Vater betrachtet, somit ist er auch das Licht der Patriarchen. In väterlicher Liebe und Verantwortlichkeit wirkt er neben der Gottesmutter am Heilsplan Gottes mit, wenn er Schutz und Lebensunterhalt bietet. In der Flucht nach Ägypten beginnt zunächst die Rettung des Erlösers, aber auch in der Rückkehr nach Nazareth die bevorstehende Befreiung. Am Kreuz wird die Menschheit aus der Knechtschaft der Sünde befreit. Der Tod wird überwunden. Wie Josef von Ägypten verkauft wird, so wird Jesus von Judas für 30 Silberlinge verraten. In der Parallele scheint die Voraussicht Josefs auf. Nicht wie Josef von Ägypten als zweiter Mann im Staat lenkt er die Geschicke, sondern der hl. Josef von Nazareth steht im Hintergrund und ist dennoch sehr wichtig. Es ist auch ein Anzeichen für das verborgene Wirken Gottes. Als Schutzpatron der Kirche darf der hl. Josef seine Ehrenaufgabe als „Licht der Patriarchen“ in besonderer Weise ausüben; wir dürfen uns vertrauensvoll seinem Schutz und seiner Fürbitte anempfehlen!

Du Bräutigam der Gottesmutter
In der Verkündigung Mariens wird die Jungfräulichkeit Mariens deutlich. Josef wird zwar als der Mann Mariens gehalten und ist mit ihr vermählt, ist aber immer der Bräutigam Mariens. Auch er akzeptiert sein jungfräuliches Leben und dient mit Maria dem Willen Gottes. In ihrer Ehe verbindet sie eine sehr hohe geistige Liebe, um dem Heiland und Erlöser Jesu Christi zu dienen. Der hl. Papst Johannes Paul II. hat in seinem Apostolischen Schreiben „Redemptoris custos“ (Nr. 19) diese Wahrheit so zum Ausdruck gebracht: „‚Josef ... nahm seine Frau zu sich‘. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar (Mt 1,24–25). Diese Worte weisen auch auf eine andere eheliche Nähe hin. Die Tiefe dieser Nähe und die Intensität der geistigen Einheit und des Kontakts zwischen den Personen – des Mannes und der Frau – stammen letztlich aus dem Geist, der lebendig macht (vgl. Joh 6,63). Josef, der dem Geist gehorsam war, fand eben in ihm aufs neue die Quelle der Liebe, seiner ehelichen Liebe als Mann, und diese Liebe war größer als jene, die sich ‚der gerechte Mann‘ nach der Möglichkeit seines menschlichen Herzens hätte erwarten können.“

Du keuscher Beschützer der allerseligsten Jungfrau
Josef ist erstaunt, daß Maria gesegneten Leibes ist. Erst nach dem Traum kann er Maria zu sich nehmen. Vielleicht ist ihm im Traum auch klar geworden, daß seine Braut jungfräulich leben will. Jedenfalls ist die klare Haltung Mariens, keinen Mann zu erkennen und somit ihre Jungfräulichkeit zu bewahren, für den hl. Josef erkennbar. Fortan ist er der Beschützer dieser Jungfräulichkeit. Das Umfeld denkt an eine normale Ehe. Sie kennen ja nicht das Geheimnis, das in der Verkündigung Mariens offenbart wurde. Solange der hl. Josef lebt, beschützt er seine jungfräuliche Braut. Hier zeigt sich die tiefe geistige Liebe beider, die allein Gott dienen will.

Du Nährvater des Sohnes Gottes
Der hl. Josef ist im rechtlichen Sinne der Vater Jesu mit allen Rechten und Pflichten. Der Bräutigam der Gottesmutter sorgt sich nicht nur materiell um Jesus, sondern schenkt ihm all seine Aufmerksamkeit und Liebe. Somit ist der hl. Josef ein wahres Vorbild der Männlichkeit und Väterlichkeit. Er ist das Haupt der Familie und versteht seine Aufgabe als einen Dienst. In aller Demut trägt er zu einem harmonischen Familienleben bei und ist zur Stelle, wenn die Familie Schutz (Flucht nach Ägypten), seinen starken Arm und seine klugen und gerechten Entscheidungen braucht.

Du eifriger Beschirmer Christi
In der Überlegung Josefs, wie es kommt, daß seine Braut in freudiger Erwartung war, offenbart Gott im Traum seine Berufung. Er darf den Messias beschützen und er tut es mit eifriger Sorge. Hier erkennen wir wie auch der hl. Josef ganz im Willen Gottes lebt und darin seine Erfüllung findet. Er kümmert sich ganz väterlich um das Jesuskind, welches schon im Mutterschoß seinen Schutz erfährt. Josef nimmt Maria gleich seine Frau zu sich, rettet sie vor der Steinigung und ist ein getreuer Beschützer und Vater: auf der Reise nach Bethlehem und auf der Flucht nach Ägypten. Er ist somit den Männern ein Vorbild und Ermutigung, die männliche und väterliche Rolle zu übernehmen und damit die verbundenen Verantwortung sich zu stellen. Josef ist quasi für die Schwangeren ein treuer Schutzvater. So wie er Jesus behütet hat, so beschützt er uns in väterlicher Weise vom Himmel her. Indem Jesus uns Seine Mutter anvertraut hat, so implizit auch den hl. Josef als unseren Vater. - und er ist ein eifriger Vater. Nehmen Sie ihre Zuflucht zu ihm, gerade diejenigen, die kein oder kaum einen guten Vater erleben durften.

Du Haupt der Heiligen Familie
Die Beziehung von Mann und Frau ist kein Kampf, sondern eine gegenseitige Ergänzung. Sicherlich steht die Immaculata in ihrer Berufung über Josef. Dies hindert aber nicht, seine Hilfe und Fürsorge anzunehmen. Diese Unterordnung geschieht in guter Absprache. Beide leben ganz nach dem Willen Gottes. In der Liebe gibt es keine Konkurrenz, sondern Hingabe und Bereicherung. Der Mann darf auch heute in dienender Weise Haupt der Familie sein. Die Frau braucht den Schutz des Mannes und seine Fürsorge. Nach Besprechung der Lage, soll der Mann die Entscheidung fällen, nachdem er die andere Sichtweise seiner Frau gehört hat. In vielen Gesprächen mit Ehepaaren fiel mir auf, daß Gott selbst die nicht so praktizierenden Ehemänner die Erleuchtung schenkt. Sie treffen aufgrund ihrer Berufung als Haupt meist die richtigen Entscheidungen. Die Ehemänner haben im heiligen Josef ein gutes Vorbild und einen mächtigen Fürsprecher. Sie brauchen keine Angst vor der Verantwortung haben, sondern dürfen sich freuen, als Haupt der Familie Gott zu dienen!

Du gerechtester Josef
Der hl. Josef ist in seiner Gerechtigkeit nicht zu übertreffen. Er ist ganz gerecht, weil er stets Gott und den Menschen das ihnen Zustehende gewährt. Gerechtigkeit in der Heiligen Schrift meint jedoch v.a. das intakte und unversehrte Gottesverhältnis, wie es den hl. Josef auszeichnete. Er war in Gott verankert und es zeichnete ihn als Mann des Gebetes und der Innerlichkeit aus. Wenden wir uns vertrauensvoll an ihn, so daß er uns in die Gerechtigkeit Gottes einführe. Möge die Schönheit, wie Gott alles wunderbar gefügt hat, uns aufscheinen. Lernen wir den Reichtum der Ordnung Gottes schätzen. Alles hat seinen Platz in der Liebe Gottes. Seine Gerechtigkeit teilt jedem, das ihm Zustehende zu. Möge der hl. Josef uns hierin ein guter Lehrmeister sein.

Du keuscher Josef
Die Keuschheit ist der rechte Umgang mit der Geschlechtskraft. Die Einswerdung von Mann und Frau in der sakramentalen Ehe zielt auf die Zeugung eines Kindes. Dieser Akt der Hingabe und des Schenkens ist Kern der ehelichen Liebe, eine freiwillige personale Schenkung. Die Eheleute haben somit Anteil an der Schöpfung Gottes, denn Gott schenkt in der Zeugung die unsterbliche Seele hinzu.
Maria als Jungfrau im Tempel erzogen, hat die Jungfräulichkeit gelobt. Nur die Immaculata hat als Jungfrau empfangen, den Heiland geboren und blieb dennoch Jungfrau. Wie muß Josef nach der Rückkehr Mariens gerungen haben, weil das Verhalten Mariens und der Umstand ihrer Schwangerschaft nicht zusammen paßten. Erst nach seiner Entscheidung sie heimlich zu entlassen, erhielt Josef im Traum die Weisung, Maria zu sich zu nehmen. Gott hat sehr bedacht den hl. Josef auserwählt und ihm eine hohe sittliche Haltung verliehen. Josef lebte mit seiner Frau wie Bruder und Schwester. Wiederum im Einklang mit dem Willen Gottes konnte der hl. Josef in keuscher Weise mit Maria zusammenleben. Der liebevolle geistige Umgang miteinander erleichterten den Verzicht auf die eheliche Vereinigung. Der hl. Josef ist in seiner Reinheit sowohl für die Gottgeweihten als auch die Familienväter ein treuer und guter Fürsprecher bei Gott. In sexuellen Versuchungen dürfen gerade die Männer auf die Fürsprache Josefs vertrauen.

Du weiser Josef
Josef zeichnet sich im höchstem Maß in seiner Klugheit aus. Die Klugheit sucht nach praktischen Wegen, die Weisheit hat das letzte Ziel des Menschen vor Augen. Josef von Nazareth war weise, aber auch klug. Er wußte, worauf es ankam im menschlichen Leben. Nur eins ist notwendig – Gott und den Menschen in Liebe zu dienen – war der Lebensinhalt Josefs. So diente er sowohl Gott in Jesu und seiner Mutter, indem er für beide sorgte. Josef ist ein praktischer Mann, der gekonnt seinem Handwerk nachkommt. Er war den Realitäten des Lebens in jeder Weise gewachsen und war in  keinster Weise ein Träumer, sondern wußte den jeweiligen Traum in die Tat umzusetzen und somit den Menschensohn und seine Mutter zu schützen wußte. Dies war ihm möglich, weil er auf Gott schaute und auf Ihn horchte.

Du starkmütiger Josef
Der hl. Josef war nicht frei von Problemen und Herausforderungen und wir erkennen, wie bedacht er handelt. Erst überlegt er, wägt ab, aber sobald er das Wahre erkannt hat oder es ihm im Traum angezeigt wird, geht er ohne Furcht die Ausführung an. Tapferkeit bzw. Starkmut im höchsten Sinn hat den hl. Josef ausgezeichnet. Dabei vertraute er in allen Schwierigkeiten auf die Hilfe Gottes. Nur wer ein klares Ziel vor Augen hat und sich als Diener des göttlichen Heilsplanes versteht, von dem er weiß, daß sich der Einsatz dafür lohnt, ist fähig zur Starkmut. Gott ist seine Stärke. Im Wissen im göttlichen Willen zu handeln, gibt die Sicherheit und Stärke zur Tat. Gerne nimmt der hl. Josef all die Beschwerden und Leiden zur Ehre Gottes auf sich. Seine selbstlose Liebe, die sich selbst verzehrt, kommt hier zum Vorschein: Er findet darin seine Erfüllung.  Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bleibt es allein. Hingabe und Einsatz findet die Fülle des Lebens.