Thalwil

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Liebe Gläubige!

Zum Passionssonntag werden die Kreuze verhüllt. Auf diese Weise wird uns der gewohnte Anblick des gekreuzigten Heilandes entzogen, damit wir uns umso mehr nach ihm sehnen und ihn dann am Karfreitag, zur feierlichen Kreuzverehrung, mit neuen Augen, mit größerer Liebe und viel bewusster anschauen. In diesem Jahr hat die Passionszeit ein wenig früher begonnen als gewohnt. Im Moment sind nämlich nicht nur die Kreuze verhüllt, sondern gewissermaßen der ganze Altar. Und die Fastenzeit hat, wie unser Apostolischer Administrator, Bischof Peter Bürcher, am 18. März 2020 schreibt, „überraschenderweise zu Formen des Verzichts geführt, die wir nicht erwartet haben“.

Ist es nicht so, dass man manchmal etwas verlieren muss, um es dann ganz neu entdecken zu können?

Zwischenzeitlich haben Sie sicherlich vernommen, dass aufgrund behördlicher und kirchlicher Anordnungen sämtliche öffentlichen Gottesdienste in der ganzen Schweiz abgesagt sind.

  • Bis voraussichtlich zum 19. April wird es keine öffentlichen hl. Messen geben.
  • Alle Veranstaltungen wie Einkehrtage, Katechesen etc. sind bis auf weiteres abgesagt.
  • Alle Gläubigen sind bis auf weiteres von der Sonntagspflicht befreit.
  • Die Kirchen bleiben offen für die Beichte sowie für das persönliche Gebet.

Ich möchte Sie alle herzlich bitten, die Anordnung zum Schutz vor der Corona-Infektion in Demut hinzunehmen, und zwar auch für den Fall, dass sie tatsächlich über die heilige Karwoche und Ostern andauern. Wenn wir all dies im richtigen Geist annehmen, muss es keineswegs zur Verflachung, sondern kann vielmehr zur Vertiefung unseres Glaubens führen. Die Situation zwingt uns nämlich, über einiges neu nachzudenken.

Bischof Peter Bürcher bittet uns Priester, mit den Gläubigen in Kontakt zu bleiben. Das kann bevorzugt per Telefon oder E-Mail geschehen. Scheuen Sie sich nicht, mich zu kontaktieren!

Für unsere Personalpfarreien werde ich morgens um 7.30 Uhr in unserer Hauskapelle in Thalwil zelebrieren. Möchten Sie sich zu dieser Zeit geistig mit dem Opfer am Altar vereinen? Ich empfehle, im Volksmissale die täglichen Messtexte zu lesen und sie zum Gegenstand der persönlichen Betrachtung zu machen. Hinweise Liveübertragungen von heiligen Messen der Petrusbruderschaft finden Sie auf der Startseite dieser Homepage.

Insbesondere möchte ich Sie bitten, an den Sonn- und Feiertagen in Ihren Familien eine Andacht zu gestalten und geistig zu kommunizieren. Dazu schlägt Bischof Bürcher das folgende Gebet vor: „Mein Jesus, mein Heiland, mein Erlöser. Ich glaube fest, dass Du im Allerheiligsten Altarsakrament gegenwärtig bist. Ich bete Dich in tiefer Ehrfurcht an. Ich liebe Dich über alles, und meine Seele sehnt sich danach, Dich in mein Herz aufzunehmen. Da ich Dich jetzt nicht in der heiligen Kommunion empfangen kann, bitte ich Dich, komm geistig in mein Herz. Komm zu mir mit Deiner Gnade. Ich will Dich umarmen und will mich ganz mit Dir vereinen. O Jesus, lass nicht zu, dass ich mich jemals von Dir entferne. Amen.“

Auch wünscht der Bischof: „Rufen Sie bitte zum Gebet auf, auch zum Gebet des Rosenkranzes.“

Beichtgelegenheit besteht täglich nach Voranmeldung in Thalwil.

An dieser Stelle kommt mir ein Wort des Propheten Amos in den Sinn, das lautet: „Siehe, es kommen Tage - Spruch des Gebieters und Herrn -, da sende ich Hunger ins Land, nicht Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser, sondern nach dem Hören des Gotteswortes.“ (Amos 8, 11) Diesen Hunger wünsche ich Ihnen, denn er wird für die Gläubigen zur geistigen Kommunion. Noch mehr aber wünsche ich diesen Hunger all jenen, die im Glauben lau geworden sind, damit er sie zur Bekehrung, zur Wiederentdeckung des sakramentalen Lebens und zu tiefer Sehnsucht nach dem Heiland führe.

Heute, am Donnerstag nach dem dritten Fastensonntag, ist ‚Mittfasten‘ und zugleich das Fest des hl. Joseph. Erneuern wir für die zweite Hälfte der Fastenzeit unsere Vorsätze! Wenn Ihre Gesundheit es erlaubt, seien großzügig im eigentlichen Fasten (was eine einmalige tägliche Sättigung bedeutet). Mit Fasten und Gebet wollen wir den Segen Gottes auf das Volk und auf die Kirche herabrufen.

Gott möge die Kranken stärken und heilen und Sie alle gesund bewahren an Seele und Leib!

Ich grüße Sie auch im Namen meiner Mitbrüder und empfehle Sie der Fürsprache des hl. Joseph, des hl. Maximilian Kolbe und der von ihm so sehr verehrten Maria Immaculata!

Thalwil, am 19. März 2020,
P. Martin Ramm FSSP
Pfarrer der Personalpfarrei Hl. Maximilian Kolbe
Pfarradministrator der Personalpfarrei Maria Immaculata