Saarlouis

Niederlassungsinfo

Die erste eigene Kirche der Petrusbruderschaft

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hatte im Februar 2012 die Gelegenheit, die ehemalige Jesuitenkirche in Saarlouis zu erwerben. Der zuständige Trierer Oberhirte, Bischof Dr. Stephan Ackermann, erteilte die Erlaubnis mit der bisher im Saarlouiser St.-Elisabeth-Klinikum ansässigen Gemeinde dorthin umzuziehen und ein „richtiges“ Gemeindeleben zu beginnen, das sich fortan nicht mehr auf die Sonntagsmesse, welche natürlich das Kernstück ist und bleibt, beschränken muss. Der jeweils vor Ort tätige Priester ist Rektor der St.-Petrus-Canisius-Kirche und Kaplan für die entsprechenden Gläubigen.

Wir freuen uns, nun im deutschen Sprachraum die erste Kirche unser Eigen nennen zu können.
Mit dem Weggang der Jesuiten aus Saarlouis vor einigen Jahren wurde das Kirchlein profaniert. Glücklicherweise konnte keine der ins Auge gefassten Umwidmungen des Gebäudes verwirklicht werden. In aller Geduld hat der Kirchenraum „abgewartet“, bis er nun bald wieder seiner ureigensten Bestimmung übergeben werden kann: Der Verherrlichung Gottes, v.a. in der Feier der heiligen Eucharistie.

Die Wiedereröffnung erfolgte am 10. Juni 2012 um 15.00 Uhr. Unser Distriktsoberer, P. Axel Maußen, nahm die Benedizierung im Auftrag von Weihbischof Robert Brahm vor und feierte die feierliche erste hl. Messe als Levitiertes Hochamt.

Zur Wiedereröffnung waren die zu erledigenden Renovierungsarbeiten noch nicht ansatzweise abgeschlossen, aber die Kirche bot schon einen würdigen Rahmen zur Feier der hl. Messe. Die Messtermine an Sonn- und Feiertagen konnten ab dann garantiert werden, wohingegen wir bei den Terminen für die Werktagsmessen noch ein wenig flexibel sein mussten.

Unser Vorhaben der Wiederbelebung der Jesuitenkirche hat uns eine nicht geahnte Sympathiewelle entgegenschlagen lassen: So viele Leute, die von dem Projekt Kenntnis erlangt hatten, haben ihre Freude und Begeisterung zum Ausdruck gebracht.
Einen Förderer und Freund haben wir in Pfarrer Ralf Hiebert gefunden, auf dessen Pfarrgebiet das Canisianum liegt. Sein Pfarrgemeinderat hat ein einstimmig positives Votum für den Kauf der Kirche durch unsere Gemeinschaft abgegeben. Damit hat der Pfarrer uns in Trier sehr unterstützen können. Wir freuen uns auf eine harmonische und konstruktive Zusammenarbeit mit ihm und der Pfarrgemeinde St. Ludwig! Hilfe haben wir auch aus der Politik erhalten und freudig angenommen: Der Oberbürgermeister von Saarlouis, Roland Henz, hat sich für unser Anliegen in Trier eingesetzt und uns damit einen sehr guten Dienst erwiesen. Für alle Hilfe, Unterstützung und Sympathie, die wir erfahren haben, sind wir außerordentlich dankbar! Es war uns eine Ermutigung, „am Ball“ zu bleiben, bis endlich alles unter Dach und Fach war.
Dass Schwierigkeiten nicht ausbleiben konnten, ist selbstverständlich und muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Aber von Anfang an war die göttliche Vorsehung fast greifbar am Werk und hat die Sache zu einem guten Ausgang geführt.

In der Tatsache, dass uns die definitive Zusage aus dem Trierer Ordinariat zum Zeitpunkt unserer Heilig-Rock-Wallfahrt erreicht hat und die entsprechenden bischöflichen Ernennungsdokumente eine Woche später – genau am Festtag des hl. Petrus Canisius (!) –  bei uns eingegangen sind, dürfen wir doch sicher mehr sehen als einen Zufall!

Der Gebäudezustand: Der Kaufpreis von 150.000 € war nicht überteuert, allerdings gab es noch einiges zu tun:
Wenn man näher hinsieht, ist das Außenbild der Kirche jämmerlich, eine Renovierung ist ganz dringend erforderlich! Wir sind froh, dass Dach und Dachreiter (in dem die alte Glocke noch hängt) vor nicht allzu langer Zeit instand gesetzt wurden und in guter Verfassung sind. Die Sakristei war aufgrund von eingedrungener Feuchtigkeit sehr marode, und der gesamte Fußboden musste herausgerissen werden. Ebenso ist es unumgänglich, den Putz teilweise von den Wänden zu schlagen und die Räumlichkeiten von Grund auf zu sanieren. Der Innenraum der Kirche hingegen ist –von einigen Stellen abgesehen- in einem erfreulichen Zustand. So müssen die schön bemalten Wände nicht neu gestrichen werden, sondern sich bloß einer speziellen Reinigung durch einen entsprechenden Fachbetrieb unterziehen. Glücklicherweise sind noch alle 22 Bänke mit etwa 120 Sitzplätzen vorhanden, die mit ihren Schnitzereien einen Schmuck für den Raum darstellen. Bald werden sie durch den Schreiner aufgefrischt. Bei dem Holzboden, auf dem sie stehen, ist das schon geschehen. Auch die Beichtstühle sind noch vorhanden. Das Canisianum hat eine lange Tradition als Beichtkirche, und wir hoffen, dass auch in Zukunft viele Menschen hierher kommen, um ihr Herz zu erleichtern. Ebenfalls ist die Orgel im Wert von 65.000 Euro noch an ihrem Platz; momentan noch stumm, aber in alter Schönheit! Die Inspektion durch den Fachmann hat gezeigt, dass einige Reparaturen und eine Generalreinigung nötig sind. Es ist jedem klar, dass  dies nicht umsonst geschieht. Der Chorraum muss neu gestaltet werden: Zur Zeit laufen die Planungen, ob der letzte (eigentlich recht schöne) Altar, der ja noch vorhanden ist, beibehalten wird. Sollte das der Fall sein, wird er aber umgearbeitet und versetzt werden.
Bei der gesamten restlichen Inneneinrichtung der Kirche (Bilder, Statuen, Tabernakel, Lampen, Kerzenleuchter, Teppiche und und und...) müssen wir praktisch bei Null anfangen. – Ebenso bei der Ausstattung der Sakristei (Schränke, liturgische Gewänder, Altargeräte, Kelchwäsche, Messdienerkleidung und und und...). Bei manchem kann der deutschsprachige Distrikt aushelfen, anderes wird leihweise zur Verfügung gestellt, aber der Großteil muss neu angeschafft werden. Ebenfalls ist noch vor dem Herbst eine neue Heizung fällig, damit die Freude der Gläubigen über die schöne Kirche nicht durch „Frostbeulen“ vertrieben wird... Auch müssen im Laufe der Zeit die vier Fenster im Kirchenschiff ausgetauscht werden. Auch wenn man die Kirche schon nutzen kann, bleibt doch noch einiges zu tun.

Was die Instandsetzung unserer Kirche betrifft, so hoffen wir natürlich bei gewissen Maßnahmen auf Zuschüsse von entsprechenden Stellen, aber ohne die großzügige Hilfe der Gläubigen wären wir natürlich nicht imstande, das Projekt angemessen fortzuführen. So bitten wir herzlich um Ihre Unterstützung.