Wigratzbad - Priesterseminar St. Petrus

Niederlassungsinfo

Subdiakonenweihe und Niedere Weihen in Gestratz (16. Februar 2019)

Weihepredigt von S.E. Dr. Bischof Vitus Huonder:
Heute nehme ich fünf verschiedene Weihen vor, die Weihe von Ostiariern und Lektoren, von Exorzisten und Akolythen sowie von Subdiakonen. Alle Weihen haben das eine gemeinsam: Sie sind Schritte hin auf das Priestertum. In jeder dieser Weihen sind Elemente vorhanden, welche sich voll im priesterlichen Dienst entfalten sollen. Deshalb müssen die Niederen Weihen und der Subdiakonat und ihr jeweiliger Auftrag immer schon von der Priesterweihe her betrachtet werden.
Der Priester ist das Abbild des guten Hirten. Das bedeutet, dass er die ihm anvertrauten Menschen zu Gott führen soll, zum dreifaltigen Gott. Daher kommt mit dem sakramentalen Priestertum immer auch das christliche Leben in den Blickpunkt, und es stellt sich die Frage: Welche Gestalt hat das christliche Leben? Es ist wichtig, dass sich Priesteramtskandidaten darüber Rechenschaft geben schon lange vor dem unmittelbaren Empfang der Priesterweihe. Denn einerseits sollt Ihr euch, meine Lieben, darauf vorbereiten, gute Hirten zu sein und Menschen auf die Weide des ewigen Lebens zu führen. Anderseits sollt Ihr selber Vorbild für eine christliche Lebensführung sein. Denn nur wer ein Vorbild ist, kann auch wirklich Hirte sein.
So frage ich nun mit Euch: Wie verwirklicht sich das christliche Leben? Dazu können wir verschiedene Antworten geben. Für meine Antwort heute nenne ich drei Begriffe: Die Hinwendung zu Gott, die ehrfurchtvolle Haltung und das sakramentale Priestertum. In lateinischen Ausdrücken möchte ich dies so formulieren: Christliches Leben in seiner Fülle verwirklicht sich conversi ad Deum, magna cum reverentia, sub sacerdote – Gott zugewandt, in großer Ehr¬furcht, unter der Leitung des Priesters.
Ich erkläre mich mit Bezug auf die heilige Messe. Die heilige Messe ist vor allem ein Akt der Anbetung Gottes. Das kommt in der überlieferten Liturgie ganz besonders dadurch zum Ausdruck, dass der Priester – unter Teilnahme des Volkes – zu Gott hin betet: in Hinwendung zu Gott – conversus ad Deum. Dieses „zu Gott hin“ braucht der Mensch, um sein Lebensziel zu erreichen. Auf dieses „zu Gott hin“ müssen wir die Men¬schen führen, nämlich zum Kreuze hin. Denn im Kreuz vereinigt sich das Ganze „zu Gott hin“. In der Hinwendung zum Gekreuzigten erfüllt sich das Ganze „zu Gott hin“. Das ist der erste Schritt eines christlichen Lebens und daher eines kirchlichen Auftrags.
Der zweite Begriff: In großer Ehrfurcht – magna cum reverentia. Diese Haltung müssen wir von neuem die Menschen lehren, beginnend bei der Ehrfurcht vor dem allerheiligsten Sakrament, so dass alsdann ihr ganzes Leben von Ehrfurcht dem Schöpfer und in Folge dem Geschöpf gegenüber geprägt sein wird.
Der dritte Begriff: Unter der Leitung des Priesters – sub sacerdote. Der Herr hat das höchste Heilsgeheimnis in die Hände des Priesters gelegt. Kraft seiner Weihe führt er die Menschen dem erlösenden Gott entgegen, dem Herrn im allerheiligsten Sakrament. Auf diese Weise leitet er die Menschen zu einem heiligen Leben im Alltag an. Deshalb muss die Bedeutung des Priestertums neu bewusst werden. Das christliche Leben in seiner Fülle ist, vom Herrn gewollt, nur möglich unter dem Priester und mit dem Priester. Dieser Wille des Herrn hat seinen Brennpunkt in der heiligen Messe, deshalb – sub sacerdote. Von hier aus muss das heilige Leben in die Welt hinein strahlen, in den Alltag hinein.
Auf diesen Dienst bereitet Ihr, meine lieben Weihekandidaten, euch vor. Wenn Ihr das bedenkt, werdet Ihr mit umso größerem Eifer durch die Zeit Eurer Vorbereitung schreiten und mit umso größerer Sehnsucht den Tag erwarten, da der Herr Euch durch den Bischof die Gnade der priesterlichen Vollmacht schenkt. So wird die heutige Feier eine Feier der Bestärkung und einer neuen Motivation, auf das Ziel hin zu streben. Die selige Jungfrau und Gottesmutter Maria möge Euch dabei begleiten. Und wir alle beten für Euch, damit Ihr dieses Ziel erreicht und damit die Kirche lebt, auflebt, weiterlebt zum Heil der Menschen und zur größeren Ehre Gottes.

 

Einkleidung und Tonsur in Lindau (20. Oktober 2018)

 

Priesterweihen in Heimenkirch mit S.E. Bischof Vitus Huonder (23. Juni 2018)

Fünf Diakone der Priesterbruderschaft St. Petrus empfingen am 23. Juni 2018 die Priesterweihe in Heimenkirch. Nach sechsjährigem Philosophie- und Theologie-Studium im Wigratzbader Priesterseminar St. Petrus und einem anschließenden pastoralen Jahr in den Niederlassungen der Bruderschaft traten Dimitri Artifoni, Yuri Santos de Farias, Jean-Antoine Kegelin, Jérôme Sévillia und Michał Kołodziej am vergangenen Samstag vor den Altar und empfingen durch die Hände von S.E. Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur, die Vollmacht, das Messopfer darzubringen und die Sakramente zu spenden.

Die Zeremonie entsprach der außerordentlichen Form des römischen Ritus, welcher der Petrusbruderschaft bei Ihrer Gründung im Jahr 1988 von Papst Johannes Paul II. zur Bewahrung anvertraut wurde. Kunstvoll umrahmt wurde die Feier durch Motetten und Tenor-Arien, die zum Teil aus der Feder des Organisten Kaplan Daniel Kretschmar – ebenfalls ein Seelsorger im Auftrag der Bruderschaft – stammen. Auch der im neugotischen Stil ausgestattete Kirchenraum der Pfarrkirche St. Margaretha, der mit schätzungsweise 800 Gläubigen bis auf den letzten Platz gefüllt war, bot einen mehr als angemessenen Rahmen für die altehrwürdige Liturgie.

In seiner Ansprache an die deutschen Gäste zitierte Bischof Huonder am Vortag der Geburt des hl. Johannes des Täufers aus dem Tagesevangelium: „Viele werden sich über seine Geburt freuen“ (Lk 1, 14) und wies damit auf die Freude hin, die mit der Ankunft des Herrn verbunden ist. Durch die Geburt des Täufers erfülle sich die Zeit des Wartens auf den Erlöser. Sein Kommen sei ein Zeichen für das Kommen des Herrn. Auch die Freude darüber, dass ein Mann zum Priester geweiht werde, stehe im Zusammenhang mit der Ankunft des Herrn. Denn in jeder Messfeier, welche ein Priester für uns feiere, komme der Erlöser uns nahe. Durch den Priester komme also der Herr zu uns.

Nach ihrer Weihe gehen die fünf Neupriester nun an die für sie vorgesehenen Wirkungsstätten, in eine der 125 Niederlassungen der Petrusbruderschaft. Dort werden Sie vor Ort in die Gemeindeseelsorge eingebunden und unterstützen zudem das überregionale Seelsorgsangebot, wie Exerzitien, Glaubensseminare, Wallfahrten sowie Kinder-, Jugend- und Familienfreizeiten. Möge es durch ihr Wirken gelingen, dass der Erlöser möglichst vielen Menschen nahe kommt.

 

Diakonenweihe in Gestratz (5. Mai 2018)

 

Fotos aus dem Alltag des Priesterseminars