Oberflockenbach

Niederlassungsinfo

Öffentliche Gottesdienste sind wegen der aktuellen Coronakrise
ab dem 17. März leider nicht mehr möglich!

 
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In dieser für uns alle nicht ganz einfachen Zeit möchte ich mich mit einem kleinen „Hirtenbrief“ an Sie wenden, um dadurch meine Verbundenheit mit Ihnen zum Ausdruck zu bringen. Leider erreichen uns beinahe stündlich neue Nachrichten, die unsere alltäglichen Abläufe immer mehr einschränken. Dass im Zuge eines immer restriktiver gehandhabten Versammlungsverbotes auch früher oder später die öffentlichen Gottesdienste betroffen sein würden, haben wir wahrscheinlich bereits geahnt. Diese Maßnahmen sind in ihrer Strenge durchaus nicht leicht zu akzeptieren, insbesondere deshalb nicht, weil sie das Herz unserer Religion, ja das Herz der ganzen Welt betreffen. Und was ist die Feier des heiligen Messopfers anderes als dies? Dieses Unverständnis wird vielleicht auch noch dadurch genährt, wenn wir hören, dass z. B. in Polen bzgl. der öffentlichen Ausübung des göttlichen Kultes Maßnahmen wie hierzulande bisher nicht getroffen wurden. Dabei schmerzt uns von allen Einschränkungen das „Messverbot“ wohl am meisten, leben wir Christen doch ganz entscheidend von der Mitfeier dieser heiligen Geheimnisse.

In den letzten Tagen erreichten mich viele Anrufe von besorgten Gläubigen, die fragten, wie es denn jetzt weiter gehen werde. Als Antwort auf diese Sorge sind die folgenden Zeilen entstanden. Gerne möchte ich Ihnen einige wertvolle Hilfen an die Hand geben, die allesamt dem Glaubensschatz der Kirche entnommen sind. Mögen sie uns in diesen Tagen ein sicheres Geleit geben, um den christlichen Glaubensgeist zu bewahren.

Wenn auch die öffentliche Darbringung des Messopfers momentan nicht mehr möglich ist, dann bezieht sich dieses Verbot eben doch nur auf die öffentliche Darbringung, nicht aber auf die Darbringung des Opfers an sich. Mit anderen Worten: Jeder Priester, der weiß, wozu er einmal zum Priester geweiht wurde, wird in den nächsten Wochen nichts anderes tun als das, was er seit seiner Priesterweihe immer getan hat, nämlich täglich die heilige Messe zu feiern, damit Christi Opfer an allen Orten gegenwärtig bleibt vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang. (vgl. Mal 1, 10-11)

Wenn Sie momentan auch keine Möglichkeit haben, persönlich einer heiligen Messe beizuwohnen und die heilige Kommunion in sakramentaler Weise zu empfangen, so haben Sie doch die in ihrem Wert nicht zu unterschätzende Möglichkeit der geistigen Kommunion, um sich auf diesem Weg mit Christus zu vereinen.

In dieser nun vor uns liegenden Wüstenzeit – halten wir uns dabei bitte stets das Volk Israel auf seinem Weg aus Ägypten ins Gelobte Land vor Augen – werde ich an jedem Werktag um 18.30 Uhr die heilige Messe feiern, samstags um 8 Uhr, sonntags um 10 Uhr. Und ich werde Sie alle, liebe Gläubige, in besonderer Weise in Christi Opfer mit hineinnehmen. Es wäre schön, wenn Sie es sich zu Hause so einrichten könnten, dass Sie in dieser Zeit geistigerweise mit dem Geschehen am Altar verbunden sind (Gebet des Rosenkranzes, Lesung der Texte des betreffenden Tages im Schott, Empfang der geistigen Kommunion). Im Anschluss an alle Abendmessen wird (gegen 19.15 Uhr) etwa für eine Stunde das Allerheiligste Altarsakrament ausgesetzt. Wollen wir in dieser Zeit – geistigerweise vor dem eucharistischen Herrn versammelt – alle gemeinsam die Allerheiligenlitanei (siehe Oremus, S. 345) und das Gebet bei Epidemien beten (siehe Gebetszettel). Letzteres hat der Generalobere unserer Gemeinschaft, Pater Komorowski, den Priestern zum täglichen Vollzug aufgetragen. Gegen 20.15 Uhr gebe ich dann den eucharistischen Segen, um Sie und Ihre Familien unter den Schutz des allmächtigen Gottes zu stellen. An Gottes Segen ist alles gelegen!

Wenn Sie es bevorzugen, die heilige Messe über Radio (Radio Horeb), Fernsehen (k-tv oder EWTN) oder Internet (z.B. www.livemass.net) mitzufeiern, dann haben Sie dazu ebenfalls die Möglichkeit. Es bedarf keiner Erwähnung, dass Sie unter den gegenwärtigen Umständen von der Sonntagspflicht dispensiert sind.

Wie ich geistigerweise die Kommunion empfangen kann, so kann ich auch geistigerweise das Bußsakrament empfangen. Den geistigen Empfang des Bußsakramentes nennen wir Liebesreue. Bei der Liebesreue wird die Reue über die begangenen Sünden nicht durch die Furcht vor Gottes Strafe motiviert, sondern durch das Wissen, Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut, durch die Sünde beleidigt zu haben. Bitte erwecken Sie die Liebesreue täglich in Ihrem Herzen, idealerweise vor dem Empfang der geistigen Kommunion (Gebete im Oremus ab S. 246). Sie wissen sicher auch, dass die Liebesreue im Fall der schweren Sünde die heiligmachende Gnade wieder verleiht, sofern man nur den festen Vorsatz hat, das Bußsakrament zu empfangen, sobald man dazu wieder in der Lage ist. Unabhängig davon haben Sie auch die Möglichkeit, persönlich das Bußsakrament zu empfangen. Wir werden dabei gewiss auch die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beachten. Wenn Sie beichten möchten, bitte ich Sie, sich einfach mit mir in Verbindung zu setzen.

Schließlich möchte ich Ihnen noch ganz eindringlich das tägliche Gebet des Rosenkranzes ans Herz legen. Das Rosenkranzgebet sollte uns nicht nur Pflicht, sondern vor allem ein tiefes Bedürfnis sein, gerade in den Tagen der Prüfung. Die Familien können das Rosenkranzgebet mit einem Familienweihegebet abschließen (siehe Gebetsbeilage). Dass uns das Tragen des braunen Skapuliers in besonderer Weise unter den Schutz Unserer Lieben Frau stellt, muss hier nicht eigens gesagt werden. Sie dürfen sicher sein, dass auch die Spendung der Sterbesakramente, sofern nötig, gewährleistet ist, unabhängig von der Diagnose des Patienten. Die Rettung der Seele hat stets Vorrang vor allen irdischen Interessen. Bitte scheuen Sie sich nicht, mich rechtzeitig zu kontaktieren.

Die gegenwärtige Krise ist, wie alles, was uns widerfährt, ein Werkzeug in der Hand des allmächtigen Gottes. Sie hätte ihr Ziel erreicht, wenn wir alle im Glauben gestärkt aus ihr hervorgingen. Mögen uns die geistlichen Übungen, die wir besonders in den nächsten Wochen praktizieren wollen, so zur festen Gewohnheit werden, dass wir sie auch nach der Überwindung der Krise nicht mehr aufgeben möchten.

Wohl dem Volk, das sich in schweren Zeiten auf die Christen verlassen kann!

Ich vertraue Sie und alle Ihre Lieben, besonders unsere Alten und Kranken, der Rosenkranzkönigin und ihrem Bräutigam, dem hl. Joseph, an und empfehle mich auch gerne Ihrem Gebet.

Mit meinem priesterlichen Segen,
Ihr Pater Alexander Metz