Bettbrunn - Distriktsstudienhaus

Niederlassungsinfo

Liebe Gläubige und Freunde,

die Sie mit unserem Distriktsstudienhaus St. Albertus Magnus verbunden sind!
Aufgrund der staatlichen Vorgaben bezüglich der Corona-Pandemie hat unser Bistum Regensburg bis auf weiteres folgende Maßnahmen erlassen:
  • Alle Meßfeiern finden ohne Öffentlichkeit statt.
  • Die Glocken läuten vor den Messen und zur Wandlung und laden ein, zu Hause gleichzeitig zu beten. Die Gläubigen sind eingeladen, die Messe in den Medien mitzufeiern.
  • Taufen, Trauungen und Beerdigungen (ohne Messe!) dürfen nur im engsten Kreis stattfinden.
  • Beichten bleiben auch in den Kirchen möglich, wenn auch nicht im Beichtstuhl.

Im Bistum Eichstätt sind ebenfalls alle öffentlich gehaltenen Messen untersagt.
Die Gläubigen sind von der Pflicht des Besuchs der Sonn- und Feiertagsmesse dispensiert bzw. entschuldigt.

Aus diesem Grund müssen leider unsere öffentlichen Meßfeiern und sonstigen Gottesdienste unterbleiben. Diese Entscheidungen nehmen wir im Geiste des Respekts und Gehorsams gegenüber der rechtmäßigen Autorität an, wenn wir sie in dieser drastischen Ausnahmslosigkeit auch zutiefst bedauern. Als Christen ist es uns ureigenes Anliegen, den Sonntag durch das eucharistische Opfer zu heiligen und auch sonst regelmäßig die hl. Messe mitzufeiern und zur eucharistischen Anbetung zu gehen.

Was können wir als Priester tun?
In Bettbrunn zelebrieren die priesterlichen Mitbrüder die hl. Messe in privater Form in der Hauskapelle. Unser Ortspfarrer hat sogar angeordnet, daß mehr Messen also sonst in der Pfarr- und Wallfahrtskirche zelebriert werden, wenn auch unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Im Anschluß an jede Messe wird das Gebet zur Abwehr ansteckender Krankheiten verrichtet. Donnerstags, Freitags und Samstags zelebrieren wir diese Messen in der außerordentlichen Form, ungefähr in der Zeit zwischen 7.30 und 8.30Uhr. Die Gläubigen sind eingeladen, sich geistlich in die Darbringung des Meßopfers einzuschließen.

Außerdem versammelt sich wie üblich die Hausgemeinschaft dreimal täglich zum gemeinsamen Gebet, das wir auch in den Anliegen unserer Freunde und Wohltäter verrichten.

Selbstverständlich stehen wir weiterhin für seelsorgliche Fragen gerne zur Verfügung!

Einmal pro Woche, in der Regel am Samstagabend, bieten wir Ihnen in dieser schwierigen Zeit einen Rundbrief an, einen geistlichen Text, den wir über Email verschicken und der auch auf die Homepage gestellt wird. Mit dieser Initiative möchten wir Ihnen Hilfen geben, diese Zeit als Christen zu bewältigen und auch mit uns in Kontakt zu bleiben. Teilen Sie uns dazu bitte Ihre Emailadresse mit. Gerne dürfen Sie die Nachrichten auch an Interessenten weiterleiten! 

Was können Sie tun?
Normalerweise vollzieht sich das christliche Leben als ein Wechselspiel von Sakramenten und persönlichem Glaubensleben. Die Taufe hat das Leben Christi in uns grundgelegt, die Firmung hat es besiegelt und die Eucharistie entfaltet es mit jedem würdigen Empfang reicher und gliedert uns Christus immer mehr ein und fügt uns als sein Mystischer Leib zusammen. Die Buße schenkt das Gnadenleben zurück, wenn es verloren ging oder vermehrt es bei der Andachtsbeichte.Wegen der Bedeutung der Sakramente hat die Kirche auch Regeln darüber aufgestellt, wie häufig sie mindestens empfangen werden sollen. Wenn wir uns diese Regeln anschauen, dann erkennen wir aber, daß die Kirche hier gewissermaßen in ihrem langen Atem und in Geduld mit dem Menschen die Größe hat, minimalistisch sein zu dürfen. So schreibt sie den Empfang von Beichte und Kommunion nur einmal im Jahr vor, und zwar zur österlichen Zeit. Diese gilt in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus von Aschermittwoch bis Pfingstsamstag. Insofern soll uns die Einschränkung des Empfangs der hl. Kommunion erst einmal nicht erschrecken oder drüber verunsichern, ob wir so überhaupt im Stande sind, als Christen zu leben. Der Herr sieht die nun rechtlich geltende Verunmöglichung und wird keinem die notwendigen Gnaden verweigern! Er hat sich an die Sakramente gebunden, insofern sie uns das Heil sicher vermitteln, er kann es aber auch darüber hinaus völlig frei wirken.
Die heutige Situation ist auch eine Chance. Wir können vielleicht bald besser nachempfinden, wie schwer es Christen im Verlauf der langen Kirchengeschichte immer wieder in Zeiten der Verfolgung hatten und haben. Wir werden tiefer erahnen, wie glücklich wir uns eigentlich schätzen dürften, normalerweise sogar jeden Tag zur hl. Messe gehen und die Kommunion empfangen zu dürfen!

In diesen Tagen also sollen wir nicht entmutigt werden! Wenn wir im Stande der Gnade leben, dann sind wir innerlich zutiefst mit Gott verbunden. Die heiligmachende Gnade ist ja der entscheidende Beginn des ewigen Lebens in unserer Seele. Der Herr sagt: „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen.“ (Joh 14,23). Der große Theologe Matthias Joseph Scheeben kann sogar schreiben: „O abermals wunderbare Kraft der Gnade, welche die ganze heilige Dreifaltigkeit vom Himmel in unsere Seele herabzieht, oder vielmehr diese selbst in einen Himmel verwandelt.“

In dieser gläubigen Haltung können wir unseren Schutzengel zur hl. Messe schicken. Auf der Homepage "livemass" können Sie einer aktuell zelebrierten Messe folgen. Die Zeiten dafür können Sie den Hinweisen auf der Startseite dieser Homepage entnehmen. Hilfreich ist es, dabei die alte Tradition der geistigen Kommunion wiederzubeleben. Einen Artikel zur Erklärung der geistigen Kommunion finden Sie ebnfalls auf der Startseite dieser Homepage.

Versuchen Sie, wenn es geht, weiterhin regelmäßig zu beichten, und erwecken Sie als Teil des täglichen Abendgebetes die vollkommene Reue. Nicht zuletzt sollten unsere Familien und Häuser wieder zu Orten des Gebetes werden. In Zeiten der Not hat das gläubige Volk mehr noch als sonst zum Rosenkranz gegriffen und die Macht dieses wunderbaren Gebetes erfahren. Erinnert sei noch an ein hilfreiches geistliches Wort von Papst Franziskus beim Angelus vom 15. März: "In dieser Situation der Pandemie, in der wir uns mehr oder weniger isoliert leben müssen, sind wir aufgerufen, den Wert der Gemeinschaft, die alle Mitglieder der Kirche vereint, wiederzuentdecken und zu vertiefen. Mit Christus vereint sind wir nie allein, sondern bilden einen einzigen Leib, dessen Haupt Er ist. Es ist eine Einheit, die durch das Gebet und auch durch die geistliche Gemeinschaft in der Eucharistie [= geistige Kommunion] genährt wird, eine Praxis, die sehr zu empfehlen ist, wenn es nicht möglich ist, das Sakrament zu empfangen. Ich sage dies für alle, insbesondere für Menschen, die alleine leben."

In diesem Sinne beginnen nun in dieser Fastenzeit 2020 für uns alle „Exerzitien“ (= geistliche Übungen), also eine Zeit, die es zur Vervollkommnung des eigenen christlichen Leben mit dem Herrn zu gestalten gilt, wenn auch auf ungewöhnliche Weise.

Es grüßt und segnet Sie von Herzen
Ihr P. Dr. Sven Conrad FSSP, Hausoberer