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Kanonische Errichtung: Weihbischof Renz in Neckarsulm

Am 19. Januar hat Weihbischof Thomas Maria Renz am Amt unserer Gemeinde in der Frauenkirche teilgenommen. Er ist in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Bischofsvikar für die Orden und geistlichen Gemeinschaften. In dem vom Priesterseminar in Wigratzbad mitgestaltetem Levitenamt hat er die Predigt gehalten.

Äußerer Anlass für diesen Besuch war die feste Errichtung unserer Niederlassung in der Linkentalstraße nach den Vorgaben des Kirchenrechtes, die sogenannte kanonische Errichtung.

Das Apostolat der Priesterbruderschaft St. Petrus besteht mit bischöflicher Zustimmung in Neckarsulm seit über 25 Jahren. In den Anfängen gab es nur einmal monatlich eine Sonntagsmesse in der Kirche „Unserer Lieben Frau vom Steinach“ – zelebriert von Priestern aus unserem Haus in Stuttgart. Die Pfarrei St. Dionysius, in deren Besitz die Frauenkirche ist, benutzt diese selten und hat sie für die Feier der hl. Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus zur Verfügung gestellt. Mit der Zeit hat sich das Messangebot immer mehr erweitert, das Apostolat wurde zunehmend eigenständig, sodass schließlich seit einigen Jahren täglich öffentliche Messe in der Frauenkirche ist und die zuständigen Priester fest in Neckarsulm wohnen.

Bischof Dr. Gebhard Fürst hat per Dekret der kanonischen Errichtung zugestimmt, die dann P. Andrzej Komorowski, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Petrus, am 13.12.2019 vorgenommen hat. Das Haus hat den heiligen Martin von Tours als Patron.

Bei dem Amt am 19. Januar nahmen etwa 110 Gläubige teil – ca. 30 mehr, als an den regulären Sonntagen. In seiner Predigt erwähnte der Bischof die Schönheit der außerordentlichen Form der hl. Messe, die die Schönheit Gottes so wunderbar zur Geltung bringt, und sie spürbar und erfahrbar für die Gläubigen macht.

Ausgehend vom Evangelium der Verwandlung des Wassers in Wein auf der Hochzeit in Kanaa ging Weihbischof Renz auf die Wunder Jesu ein: „Er tat die Wunder, ... nicht um die Wundersüchtigen zufrieden zu stellen, sondern um die Menschen innerlich zur Umkehr zu bewegen. Das war ja seine Sendung.“ Der Kern der Botschaft Jesu wird deutlich in dessen Predigt: Kehrt um und glaubt an das Evangelium, denn das Reich Gottes ist euch nahe. Bei der Hochzeit war die Mutter Jesu zugegen und sie hatte den Dienern einen Auftrag gegeben – so sagt sie es den Menschen auch im Laufe der Jahrhunderte: Was Er euch sagt, das tut. „Das lehrt uns Maria, den Willen Gottes zu erkennen und zu tun … Maria ist also die große Vermittlerin der Gnaden Gottes, können wir sagen.“

Als Gottesgebärerin vermittelt uns Maria das Heil, sie empfängt Christus und gibt Ihn weiter. Und Maria Magdalena „ist die Frau, der Jesus, der Auferstandene, die Weitergabe des Glaubens in der Kirche anvertraut hat.“

Wenn auch Frauen im Evangelium eine so wichtige Rolle spielen, so hat doch Jesus keine zur Priesterin geweiht. Zwar muss die Kirche die wichtige Sendung der Frau entsprechend würdigen, aber wie der hl. Johannes Paul II. schon eindeutig herausgestellt hat, besitzt die Kirche keine Vollmacht, Frauen die Priesterweihe zu spenden, da Jesus ihr diese Vollmacht nicht gegeben hat. Maria, Seine Mutter, und Maria Magdalena, die der Herr als erste Zeugin zu Seinen Aposteln gesandt hat, standen Ihm persönlich sehr nahe – doch auch diese hat Er nicht geweiht.

Am Ende seiner Predigt bat Weihbischof Renz, diesen Synodalen Weg in Deutschland in den nächsten Wochen und Monaten mit Gebet zu begleiten, auf dass er zur größeren Klarheit beitrage. Und er beschloss seine Predigt mit den Worten der Lesung: „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, und beharrlich im Gebet, Amen.“ Im Anschluss an das Amt gab es im Restaurant des Veranstaltungszentrums „Ballei“ einen Stehempfang – einige Gläubige nutzten diesen zum persönlichen Gespräch mit Weihbischof Renz. Wie dieser später mitteilte, hat ihn die feierliche Liturgie und die Begegnung mit den Gläubigen sehr beeindruckt.

Text: P. Andreas Lauer FSSP / Fotos: Holger Weiß