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Welch ein Verlust

 
 
Mit großem Schmerz hat die Priesterbruderschaft St. Petrus die Nachricht vom Tod des Philosophen Robert Spaemann vernommen. Spaemann war von der ersten Stunde an ein treuer Freund und Förderer der Bruderschaft. Als er schon zuvor die hl. Messe im überlieferten Ritus für sich wiederentdeckt hatte, war ihm bewusst geworden, welch ein wertvoller Schatz der Kirche zu verloren gehen drohte. Deshalb unterstützte er alle Bemühungen, ihn zu erhalten. In diesem Anliegen wusste er sich eins mit Kardinal Ratzinger, mit dem er freundschaftlich verbunden war. Auf die Initiative Spaemanns geht auch die Gründung der Laienbewegung Pro Missa Tridentina zurück, deren zweiter Vorsitzender er eine Zeit lang war.

Die Wertschätzung der überlieferten Liturgie war Ausdruck einer Haltung, die sich für alles Gute, Wahre und Schöne ihre Sensibilität bewahrt hatte. So war auch seine Philosophie. Er vertrat eine nichtreduktionistische Philosophie, also eine Philosophie, die die Phänomene rettete, statt sie hinweg zu interpretieren. Damit stand er ganz in der Tradition jener “ewigen Philosophie”, die bei den alten Griechen ihren Ausgang nahm und die so weit ist, dass sie es nicht nötig hat, Gott aus ihrem Sichtfeld auszuschließen. Damit hatte Spaemann auch das nötige Rüstzeug, um gegen den Trend der Zeit die Würde und das Lebensrecht des Menschen von seiner Empfängnis an bis zum natürlichen Tod zu verteidigen. All seine Voraussagen bezüglich des Gangs der Dinge in Sachen Euthanasie haben sich erfüllt. Sie waren nicht Ausdruck eines Pessimismus gewesen, sondern des wachen Gespürs für den Zeitgeist und seine Gefahren. Frei von Menschenfurcht, nur der Wahrheit verpflichtet, erhob er seine Stimme, ob gelegen oder ungelegen. Möge sein Vorbild und sein Denken noch nach seinem Tode weiterhin fortwirken!