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Das Haupt bei Gott, die Füße bei den Menschen

 

 

Als Pater Jakob Berger am Sonntag, den 5. Juli, in die Linzer Minoritenkirche einzog, machte er es den Gläubigen leicht, die Dankbarkeit, Freude und zugleich die tiefe Sammlung in seinen Augen zu erkennen – überragte doch der hochgewachsene Neupriester die meisten Anwesenden um mehr als eine Haupteslänge. Wochen zuvor schien es noch aussichtslos, eine feierliche Primiz unter den herrschenden Bedingungen abzuhalten. Nachdem aber Österreich schneller als erwartet die Corona-Beschränkungen gelockert hatte, ergriff die Linzer Gemeinde der Petrusbruderschaft – allen voran Pater Walthard Zimmer – die Gunst der Stunde und organisierte für den Neugeweihten einen würdigen Empfang in der Heimat. Das Interesse der Gläubigen war entsprechend groß und erforderte die Ansetzung von zwei Primizmessen.

Auf Pater Bergers Statur spielte auch der Primizprediger, Pater Franz Karl Banauch, an, als er auf die Spannung zwischen pastoralem und liturgischem Dienst zu sprechen kam: Da seien einerseits die Füße, die den Priester zu den Menschen bis in die hinterste Bank oder die Wegzäune tragen sollen, um ihnen das Wort Gottes zu verkünden und auszulegen, um die Sakramente zu spenden und den Trost der göttlichen Barmherzigkeit zu bringen. Und da sei andererseits das Haupt, das beim Dreifaltigen Gott daheim sein soll, ganz und gar mit ihm im Gebet verbunden, um von ihm her zu den Menschen zu sprechen und ihnen Versöhnung zu bringen. Das Haupt also hoch erhoben bei Gott, die Füße nahe bei den Menschen – diese Spanne verdeutliche das Mittlertum des Priesters und verähnliche ihn dem, der ihn in den Dienst gerufen hat: Jesus Christus, der die Menschen mit Gott verbindet.

Ganz nahe – wenn auch aufgrund der Coronamaßnahmen nicht zu nahe – kam der Primiziant den Gläubigen bei der anschließenden Begegnung in den historischen Redouten-Sälen, die zu diesem Anlass das erste Mal seit dem Lockdown ihre Pforten geöffnet hatten. Im stilvollen Ambiente des ehemaligen Ballhauses kam trotz der Mindestabstände gelöste Feststimmung auf, unterstützt von den musikalischen Beiträgen der Gemeinde.

Die Füße Jakob Bergers werden ihn im August erst einmal nach Türkheim tragen. Dort wird er, wie für Neupriester in der Petrusbruderschaft üblich, die erste von zwei „Kaplanstellen“ antreten, um Erfahrungen in der Seelsorge zu sammeln. Möge es ihm gelingen, mit Hilfe seines dortigen Mitbruders Pater Banauch und kraft der göttlichen Gnade möglichst viele Menschen mit Gott zu verbinden!