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Ein sonniges Ereignis im Herzen der Seminaristen

Am Samstag, den 17. Oktober 2021, wurden 22 Seminaristen der Priesterseminars St. Petrus tonsuriert und eingekleidet. Am Abend zuvor waren die Seminaristen nach dem Spiritualitätsjahr als zeitliche Mitglieder feierlich in die Petrusbruderschaft aufgenommen worden.
 

© Priesterbruderschaft St. Petrus

 

Die diesjährige Tonsur und Einkleidung konnte dankenswerterweise trotz Corona stattfinden. Wegen der Auflagen entschied sich die Seminarleitung allerdings, die Tonsuranten und Gäste in zwei Gruppen aufzuteilen.

Daher spendete erstmals in der Geschichte des Seminars der Generalobere der Petrusbruderschaft die Tonsur. Pater Komorowski kleidete die neun französischsprachigen Seminaristen des zweiten Jahrgangs im Rahmen eines levitierten Hochamtes in der gerade erweiterten Seminarkapelle ein. Während die elf deutschsprachigen Seminaristen Ihre Tonsur und das Chorhemd in einem Pontifikalamt von Erzbischof Haas im Lindauer Marienmünster empfingen.

Der Erzbischof aus Vaduz richtete sich in einer kurzen Ansprache zunächst an die Seminaristen in Wigratzbad, die die Liturgie per Live-Stream mitverfolgten, an die Gäste und an die Tonsuranten:

„Es nimmt uns nichts an der Festfreude, wenn wir auch diese Umstände auf uns nehmen müssen. Denn das, was heute geschieht, ist letztendliche eine Herzenssache.“

Die Bedeutung von solchen heiligen Handlungen, sei eine tiefe Prägung, etwas Besonderes in unserem Herzen, das uns bewegt, und ein Auftrag für das persönliche Leben, ein Auftrag für das gemeinschaftliche Leben im Seminar und darüber hinaus ein Auftrag für die Kirche.

„Es ist besonders und bedeutungsvoll, wenn diese heilige Feier mit dem Fest der heiligen Magareta Maria Alacoque zusammenfällt. Ihr wurde die Gnade zuteil, das Herz Jesu schauen zu dürfen. (...)

Als Magareta Maria Alacoque die fünf Wunden des Herrn zu schauen gewürdigt wurde, da begannen diese wie fünf Sonnen zu leuchten. Steht das nicht in einem schönen Zusammenhang mit der heiligen Tonsur? Denn an fünf Stellen Ihrer Haartracht  werden die Haare geschnitten. Und fünf Stellen entstehen, die einigermaßen sichtbar bleiben – zumindest heute.

Dann sollten Sie daran denken, dass diese fünf Stellen Sie verbinden mit den fünf Wunden des Herrn. Und vielleicht denken Sie an diesem Festtag daran, dass diese nicht nur eine kleine Lücke in Ihrer Haartracht ist, sondern ein kleiner Ort, wo auch die Sonne aufstrahlt, die Sonne Ihrer Hingabe, eine Sonne der Liebe zum Heiland, eine Sonne jener Herrlichkeit, die verborgen ist, aber aus Ihrem Herzen kommt. Ich wünsche das Ihnen von Herzen und Ihren Mitseminaristen, die im Seminar die Tonsur empfangen. (...)

Es ist im Tiefsten Ihrer Herzen ein sonniges Ereignis, denn es ist eine Berührung Ihrer Herzen mit dem Göttlichen Herzen. Und wenn sie Ihr Herz dann in das Unbefleckte Herz der Gottes Mutter Maria hineinlegen, dann dürfen Sie sicher sein, dass dieses Licht immer leuchtet und nie erlischt.“

Autor: Josua Falkenau, Seminarist