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Diakonatsweihe 2016

Am Samstag, 7. Mai 2016, wurden in der Pfarrkirche Gestratz elf Seminaristen zu Diakonen geweiht. Die Weihe spendete der apostolische Nuntius S.E. François Bacqué. Erzbischof Bacqué war in seiner aktiven Amtszeit in mehreren Ländern als Delegat und Nuntius tätig, zuletzt in den Niederlanden, wo er elf Jahre als Nuntius wirkte und dort eng mit unserer Pfarrei in Amsterdam verbunden war. Nachfolgend finden Sie einige Fotos des Weihetages und die Übersetzung der in französischer Sprache gehaltenen Weihepredigt des Erzbischofs. Weitere Fotos zur Diakonatsweihe finden Sie hier.


Hochwürdiger Herr Pater Regens, hochwürdige Herren,
liebe Kandidaten, liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

Die Apostelgeschichte berichtet im sechsten Kapitel, dass die erste Christengemeinde, die aus vielen verschiedenen Nationalitäten bestand, verwickelte organisatorische Aufgaben bewältigen musste. Die Apostel suchten sich sieben Mitarbeiter, und diese sollten von gutem Ruf sein, erfüllt vom Heiligen Geist und der Gabe der Weisheit, damit sie angemessen für die Armen sorgen konnten, so dass die Apostel Zeit fürs Beten und Predigen fanden. Trotzdem widmeten sich die Sieben auch der Verkündigung des Glaubens. Die Kirche hat sie schon immer als die ersten Diakone betrachtet.
Ganz wichtig ist uns der heilige Stephanus, erster Diakon und erster Märtyrer der jungen Kirche. Papst Benedikt XVI. setzte ihn als Vorbild aller, die sich der Neuevangelisation annehmen wollen. Und der hl. Philippus: Er überquert den Jordan und predigt in Samarien. Er begegnet dem Eunuchen der äthiopischen Königin, bekehrt und tauft ihn.

Der Brief des heiligen Paulus an die Philipper und der erste Timotheusbrief erwähnen die Diakone. Dieses Wort bedeutet Diener. Timotheus schreibt: „Sie sollen das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahren.“ (1 Tim 3,9)
Man könnte über die Diakone viel erzählen, über ihre Rolle in der Kirche und in der Gesellschaft. Zum Beispiel wurden viele Diakone zum Papst gewählt. Ich denke da besonders an den hl. Gregor den Großen, der zuerst Politiker, dann Mönch, und später Diakon war. Später wurde er Gesandter am Kaiserhof von Byzanz. Und im Jahr 590 wählte ihn das Heilige Kollegium einmütig zum Papst.

Liebe Weihekandidaten! Ich möchte mich nun an Sie wenden. Der tiefe Grund Ihrer Berufung liegt darin, dass Sie von Jesus seines liebevollen Blickes gewürdigt worden sind. Jesus beruft Sie, weil Er Sie liebt, und nicht deshalb, weil wir uns für würdig halten. Wenn uns armselige Menschen der Herr auserwählt, so liegt darin ein tiefes Geheimnis verborgen, das wir nicht ganz begreifen können. Ihr Ziel ist das Priestertum – ein Amt, dessen man sich für völlig unwürdig erachtet. Der Herr Jesus sagt uns: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch auserwählt; und ich habe euch gesetzt, daß ihr gehet und Frucht bringet …“ „Geschenk und Geheimnis“ ist der Titel der priesterlichen Erinnerungen von Papst Johannes Paul dem Zweiten. Ja, liebe Kandidaten! Geschenk und Geheimnis! Das Diakonat öffnet Ihnen bald die Tür zur wunderbaren Erfahrung des Priestertums.

Es ist die Aufgabe des Diakons, dem Bischof zu helfen, und natürlich auch den Priestern, wenn sie den Dienst des Wortes, der Caritas und vor allem des Altars ausüben. Deshalb ist er der Diener aller, und dazu empfängt er auch die Gabe des Heiligen Geistes. So kann er seine Aufgabe würdig vollziehen. Als Diakone werden Sie das Evangelium verkündigen und erklären, das heilige Messopfer vorbereiten und Christi Leib in der heiligen Kommunion den Gläubigen darreichen. Sie werden vorbeten, taufen, trauen, den Sterbenden die heilige Wegzehrung bringen und Begräbnisse durchführen.

Liebe Kandidaten, Sie werden durch die Handauflegung des Bischofs geweiht – dies ist die wesentliche Weihehandlung. Immer wird Ihnen Gott beistehen, und stets sollen Sie die guten Jünger des Herrn sein, gekommen, um zu dienen und nicht, um bedient zu werden. Sie sollen von ganzem Herzen Gottes heiligen Willen tun. Sie sollen ihn tun mit Liebe zum Gottesdienst und zur Kirche. Sie sollen das Evangelium, das Sie predigen, auch leben. Durch die Weihe und den Charakter, den diese Ihnen aufprägt, werden Sie dem dienenden Jesus gleichgestaltet. Lieben Sie die Kirche, den Leib Christi, lieben Sie die Hierarchie, den Papst und die Bischöfe, Ihre Oberen und Mitbrüder, auch jene im Diözesanklerus und in den anderen Instituten, aber lieben Sie vor allen die Gläubigen, die Ihnen anvertraut sind. Seien Sie frohen Vertrauens! Seien Sie niemals bitter und enttäuscht!
Jemand hat geschrieben: „In Gott finden wir die wahre Freude.“ Und Sie werden hören, wie der Herr zu Ihnen sagt: „Wohlan, guter und getreuer Knecht, trete ein in die Freude deines Herrn.“

Wir feiern die Messe vom Unbefleckten Herz Mariens. Möge ihr liebevolles Herz Ihr Begleiter sein in der Zeit Ihres Diakonats.  Und wenn Sie beten oder apostolisch arbeiten, möge die heilige Jungfrau immer im Zentrum stehen.
Amen.