Ausgabe

Nr.40

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus Januar

2009

 

Liebe Freunde u. Wohltäter!

 

Am dritten Adventssonntag – Gaudete – hatte unsere Augsburger Gemeinde wirklich Grund zur Freude: unser Bischof, Dr. Walter Mixa, besuchte uns. Da seine Exzellenz jede Woche Gemeinden besucht, hatten wir Glück, noch einen Termin gefunden zu haben.

 

Mein Mitbruder, Pater Walter Huber, ist seit 2001 in Augsburg tätig und hat sich innerlich sicherlich schon länger auf diesen Tag gefreut. Er zelebrierte die heilige Messe, in der der Hirte unserer Diözese über die Freude der weihnachtlichen Erwartung Jesu, die jedoch in die Hingabe am Kreuz mündete, predigte.

 

Der Jugendchor von St. Margareth verschönerte die Liturgie mit einer Motette und Adventsliedern von Zoltán Kodály und unsere sich fast jeden Sonntag treu engagierenden Choralsänger sangen die liturgischen Texte des Introitus und der Communio sowie die 17. Choralmesse.

 

Sogar die Sakristei, die leider allzu stark erkennen ließ, dass sie auch in den vergangenen fünfzig Jahren sich reger Benutzung erfreute, wurde rechtzeitig von fachkundigen Händen in ihren ursprünglichen Glanz zurückrenoviert.

 

Fast alle Gottesdienstbesucher sind nach der heiligen Messe in den Wollmarktsaal des Hospitalstifts herübergegangen, den wir für diesen Tag extra reserviert hatten, um in lockerer Atmosphäre eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen. Herzlichen Dank an diejenigen, die spontan beim Getränkeausschank mitgeholfen haben!

Wie ich sehen konnte, sind viele  von Ihnen einzeln oder auch in kleinen Gruppen persönlich mit dem Bischof ins Gespräch gekommen. Dazu sollte die Begegnung im Wollmarktsaal schließlich die Möglichkeit bieten.

 

Das Domizil der Petrusbruderschaft am Milchberg war monatelang eine wirkliche Baustelle, da das gesamte Haus umfangreichen Sanierungsarbeiten unterzogen wurde. Es ist buchstäblich erst am Abend vor dem hohen Besuch wieder zu einem wirklich begehbaren Ort geworden, wo der Bischof und sein Sekretär den Besuch beim Mittagessen mit Pater Huber und mir ausklingen ließen.

 

Wir hoffen, dass Bischof Mixa sich bei uns wohlgefühlt hat. Immerhin ist das Wirken der Petrusbruderschaft bis 2008 ausschließlich von den Spenden unserer Gläubigen und Wohltäter finanziert, und mit den schwachen Kräften, die wir wenigen Priester Gott zur Verfügung stellen konnten, bestritten worden. Sowohl Gläubige wie Priester müssen dabei zum Teil noch weite Anfahrtswege in Kauf nehmen.

 

Dabei geht es uns nicht um irgendeine komische Sonderspiritualität oder ein abgeschottetes Sich- Ausklinken aus dem offiziell-seelsorglichen Rahmen der Kirche. Wir sind auch keine Liturgie-Steinzeitmenschen, mit denen man nicht sprechen darf. 

 

Worum es uns geht ist der Kontakt zu unserem Herrn Jesus Christus, der sich uns in jeder heiligen Messe schenkt.

Der traditionelle Messritus ist geprägt von Ruhe und Sakralität. Dadurch wird die Begegnung mit Christus zu einem Ereignis, das nicht nur die ganze Gemeinde, sondern auch jeden einzelnen persönlich zur Antwort und Entscheidung für Christus herausfordert. Ein Erlebnis, bei dem man nicht vor allem mit den jeweiligen liturgischen Einfällen neuzeitlicher Experten oder kreativer Gruppen konfrontiert wird, sondern vor allem mit dem ewigen Gott, der Mensch geworden ist und sich bei jeder heiligen Messe in ganz außerordentlicher Weise in unsere begrenzte Welt hineinsenkt und dadurch unseren kleinen Alltag unendlich veredeln will.

 

Der traditionelle Messritus ist seit den ersten Jahrhunderten unter dem Wehen des Heiligen Geistes kontinuierlich gewachsen. Im Zuge des Trienter Konzils hat ihn Papst Pius V in einem verbindlichen Einheitsmissale kodifiziert. Möglicherweise in weiser Voraussicht, denn in dieser Form hat der klassische römische Messritus die Erschütterungen und geistige Unruhe der Neuzeit überleben können, ohne etwas von seinem spirituellen Reichtum einzubüßen. Dieser Reichtum ist ein Schatz für die ganze Kirche und insbesondere für unsere heutige Zeit.

 

 „Es tut uns allen gut, die Reichtümer zu wahren, die im rechten Glauben und Beten der Kirche gewachsen sind und ihnen den rechten Ort zu geben“, schreibt Papst Benedikt XVI.  (Begleitschreiben zu Summ. Pont.). 

Er hat in Rom die Errichtung einer Personalpfarrei als den richtigen Ort angesehen. 

 

Mit herzlichen Grüßen und den besten Segenswünschen für das Jahr 2009 Ihr

 

 P. Markus Rindler FSSP