Ausgabe

Nr.27

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus März

2007

 

Liebe Freunde u. Wohltäter!

 

Nun sind wir in die Fastenzeit eingetreten und gleichsam auf einer langen Wanderung zum hl. Osterfest hin. Wer sich bewusst auf den Weg macht, der hat meist auch ein Ziel und ist bereit, sich dem, was ihm auf der Reise begegnet, zu stellen.

Die Fastenzeit oder österliche Bußzeit hat den Aspekt des „frei werden von“ und den des „frei werden für“. Bindungen und Hindernisse, die uns unfrei machen können in diesen Tagen leichter als sonst erkannt werden und die Gnade dieser Zeit gibt Kraft mache Fessel zu lösen oder von Gott lösen zu lassen. Die Kirche lädt uns ein, eine gute Osterbeichte abzulegen. Nehmen Sie sich Zeit dazu nachzudenken wo die Fesseln der Sünde am Leben mit Gott hindern. Welche Umstände/Gewohnheiten müssen verabschiedet werden, damit eine gute Beichte wirklich Umkehr wird? Da zeigen sich die beiden Aspekte „freiwerden von“ und „freiwerden für“, nämlich für ein bewußteres Leben, für die Freundschaft mit Gott und ein friedvolles Miteinander.

Als Christen wird uns in diesen Tagen gezeigt, dass dieser Weg über das Kreuz geht. Das Kreuz aber bedeutet, dass die Welt gefährdet ist durch Leiden und Katastrophen, durch Schuld und Tragik, durch Not und Tod. Und dass die Welt nur zu retten ist durch Christi Tod und Auferstehung und verwandelt wird in die Welt der künftigen Herrlichkeit.

Weil das Kreuz für uns Christen das größte Symbol ist, das Zeichen in dem allein Heil und Rettung für die Welt ist, soll es wirklich das beherrschte Symbol sein. Immer wieder haben Systeme und Regierung versucht das Kreuz zu entfernen und sind dabei auf mutige Menschen gestoßen. So wurde z. B. zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich auf Befehl der freimaurerischen Regierung alle Kreuzbilder aus dem Gerichtssälen entfernt. Eines Tages nun erschien zu Bordeaux eine gute alte Gemüsehändlerin vor Gericht, die durch ihre Ehrlichkeit, aber auch durch ihre Derbheit stadtbekannt war. Sie sollte in einem Zivilprozess als Zeugin aussagen. Als der Vorsitzende sie aufforderte, die Hand zu erheben zum Beweis, dass sie die Wahrheit sage, schaute sie sich zuerst im ganzen Saale nach dem Kruzifix um, das bereits entfernt worden war. Dann rief sie resolut in den Saal: „Ich soll schwören? Die Hand erheben, Herr Richter? Vor Ihnen? Aber da muss ich schon bitten – in dieser Hinsicht sind Sie nicht mehr als ich!“ Damit zog die mutige Frau einen Rosenkranz aus ihrer Tasche, hob dessen Kreuz in die Höhe und sagte: „Herr Richter hier ist der, vor dem allein man schwören kann, und vor ihm erhebe ich die Hand und schwöre, dass ich die Wahrheit, nichts als die Wahrheit und die ganze Wahrheit sage.“ Bei diesem aufrechten Bekenntnis zum allein wahrhaftigen Gott brach der ganze Saal in Beifallklatschen aus.

Jeder von uns hat die Möglichkeit sich zum Gekreuzigten zu bekennen. Machen wir z. B. das Kreuzzeichen nur daheim beim Mittagessen oder aber auch im Gasthaus oder bei einer Einladung? Auch ein Wegkreuz kann Dankbarkeit in unserem Herzen wecken für den, der uns bis in den Tod geliebt hat. Oder was ist das Kreuz in meiner Wohnung? Ein Schmuckstück? Hängt es da, weil es immer da hing oder halt da hingehört; oder ist es irgendwie der Mittelpunkt des Zimmers und damit auch meines Lebens?

Das Kreuz ist das Sinnbild der Hingabe. Der Stamm, an dem Jesus hängt, weist mit seiner Gerarden nach oben und stellt unser Leben unter den Willen des Vaters, unter die Königsherrschaft Gottes. „Dein Wille geschehe!“ – „In deine Hände befehle ich meinen Geist!“ Das Kreuz bedeutet die Ganzhingabe an den Vater. Der Querbalken, an dem Jesus mit ausgespannten Armen hängt, als wollte er die ganze Welt in seine Arme schließen, bedeutet die Hingabe an die Menschen. „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen“ (Joh 12,32). Nicht um sie zu beherrschen, sondern um sich für sie zu opfern und sie zu erlösen, ist er diesem Weg gegangen. Das Kreuz ist somit Symbol jenes Gebotes, an dem das ganze Gesetz hängt und auf das allein es ankommt: Gott zu lieben mit ganzen Herzen und aus allen Kräften, und den Nächsten wie sich selbst.

Dem Rundbrief beiliegend finden Sie das „Freitagsgebet“, das früher jeden Freitag um 11 Uhr bzw. 15 Uhr beim Läuten der Glocken gebetet wurde. Viele von Ihnen kennen es sicherlich, andere vielleicht nicht. Warum nicht jeden Tag um 15 Uhr zur Todessstunden dieses oder ein anderes Gebet aus Dankbarkeit an Christus richten? Gefaltet hat das Gebet mit Bild auch Platz im Gebetbuch…

Von Herzen wünsche ich Ihnen eine grandenreiche Fastenzeit und lade Sie herzlich ein die Kar- und Ostertage in St. Margareth mitzufeiern!

 

Mit priesterlichem Segensgruß

 

 

 

Freitagsgebet zur Todesstunde Jesu

 

Es sind Finsternisse entstanden, als die Juden den Herrn Jesum gekreuzigt

haben, und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: „Mein Gott,

mein Gott, warum hast du mich verlassen? – Vater, in Deine Hände empfehle

ich meinen Geist“, und mit geneigtem Haupte gab er seinen Geist auf.

 

Wir beten Dich an Herr Jesus Christ und preisen Dich,

denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

 

Ich bitte Dich, Du wolltest Dich meiner armen Seele erbarmen, jetzt und wenn

sie von meinem Leibe scheiden wird. Gib, dass Dein Kreuz und Leiden an

keinem Menschen verloren gehe.

 

O Jesus, Dir leb ich!

O Jesus, Dir sterb ich!

O Jesus, Dein bin ich tot und lebendig!

Amen.