Ausgabe

Nr.24

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus August

2006

 

Liebe Freunde und Wohltäter!

 

Als in den fünfziger Jahren Königin Elisabeth von England gekrönt wurde, saß die halbe Welt am Radio oder Fernseher, um die Feier mitzuerleben. Millionen sahen nachher den Film „Eine Königin wird gekrönt“.

Ein viel schöneres Fest feiern wir am 15. August zusammen mit dem ganzen Himmel. Christus führt seine Mutter mit Leib und Seele in den Himmel ein. Gott Vater krönt sie zur Königin des Himmels und der Erde. Wie hat sie diese Würde verdient? Elisabeth sagt es im Evangelium vom Fest Maria Himmelfahrt: „Selig bist Du, weil Du geglaubt hast…“ Alles ist nun in Erfüllung gegangen, was Gott ihr verheißen hat.

In Überlingen am Bodensee steht in der Pfarrkirche ein schöner Marienaltar von Jörg Zürn. Er stellt gleichsam in drei Stockwerken oder Stationen übereinander den Glaubensweg Mariens dar. Ganz unten ist die Verkündigung zu sehen.

„Wie soll das geschehen?“ fragt Maria. Der Engel erklärt nur: „Bei Gott ist kein Ding unmöglich!“ Darum preist Elisabeth sie selig: „Weil du geglaubt hast“. Und der hl. Augustinus erklärt: „Maria ist seliger dadurch, dass sie Christus durch den Glauben im Herzen aufnahm, als dadurch, dass sie den Leib Christi in ihrem Schoß empfing“.

 

In Überlingen ist über der Verkündigungszene die Geburt Christi dargestellt. Maria kniet andächtig neben der Krippe und betet gläubig ihr Kind an. „In der Herberge war kein Platz für sie“. Aber auch hier glaubt und vertraut sie.

Ein Stockwerk höher zeigt der Altar, wie Maria unter dem Kreuz steht. Sie muss ihre schwerste Glaubensprüfung durchstehen. Die Jünger sind irre geworden im Glauben; sie können nicht mehr verstehen, dass der gegeißelte und gekreuzigte Jesus der verheißende Erlöser sein soll. „Ein Schwert wird deine Seele durchdringen“ (Lk 2,33) weissagte einst Simeon. Aber Maria ist die einzige, die mit dem Ohr des Glaubens die Wandlungsglocken läuten hört.

Obwohl alles verloren scheint, glaubt sie: Ihr Sohn bringt das blutige Opfer für unsere Erlösung dar.

 

Schauen wir auf zum obersten „Stockwerk“ des Marienaltars in Überlingen! Im Triumph geleiten die Engel Maria vor den Thron des Allerhöchsten. Die Schleier des Glaubens sind gefallen. Maria kehrt mit Leib und Seele heim: Die Tochter zum Vater, dem sie so treu gehorchte; die Mutter zum Sohn, dem sie ihr Leben lang diente; die Braut zu Hl. Geist, dessen reiner Gnadentempel sie stets war. Der dreifaltige Gott legte eine strahlende Krone auf ihr Haupt.

 

Doch vergessen wir nicht: Sie glänzt nicht im Himmels als ferne, kalte Schneekönigin. Sie vergisst uns nicht. Wo die Mutter, dort sollen auch einmal die Kinder sein. Wo die Königin, dort auch ihr Gefolge. Der Hl. Petrus Damian nennt Maria die „Himmelsleiter“: sie steigt auf die Erde nieder, um uns zu sich in den Himmel zu erheben. Wir rufen sie an als die „Pforte des Himmels“, wie Christus durch sie auf die Welt kam, und wir Brüder und Schwestern Christi durch sie das Reich ihres Sohnes gelangen können. Auch für uns ist die Krone der ewigen Freunde vorbereitet.

 

Allerdings, wir sehen die Muttergottes noch nicht, wir müssen noch genauso glauben, wie sie in ihrem irdischen Leben geglaubt hat. Sie kann Kreuz und Leid nicht ganz von uns nehmen, aber sie in ihrer mütterlichen Liebe bei uns. Wenn wir ihr treu folgen im Hell und Dunkel des Glaubens, dann kann sie auch uns verheißen, was sie der kleinen Bernadette in Lourdes verheißen hat: „ Ich kann dir nicht versprechen, dich glücklich zu machen auf Erden, wohl aber einmal im Himmel!“

Die Pläne und Vorbereitungen für eine Renovierung von St. Margareth laufen weiter. Bestürmen wir immer wieder den Hl. Joseph in diesem Anliegen. Allen Betern und Spendern ein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“.

Am Sonntag 24. September möchten wir unser kleines Jubiläum „10 Jahre Hl. Messe im überlieferten Ritus in St. Margareth“ feiern. Geplant ist ein Levitenamt und lateinische Vesper. Sie erfahren noch genaueres. Dazu lade ich Sie aus ganzem Herzen ein.

 

Mit priesterlichem Segensgruß!