Ausgabe

Nr.21

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen

römischen Ritus

Dezember

2005

 

Liebe Freunde u. Wohltäter !

 

Vor einiger Zeit besuchte ich das Karmeliterkloster in Reisach bei Oberaudorf im Landkreis Rosenheim. Auf der Rückfahrt kam ich an einem hell erleuchteten Haus vorbei und sah durch große Fenster in einer Werkstatt sog. Ruinenkrippen. Sie alle haben sicherlich diese besondere Art von Krippen schon irgendwo gesehen. Nachdem ich einen Augenblick gezögert hatte hielt ich an und beschloss den „Bauherrn“ dieser kleinen Kunstwerke aufzusuchen, zumal wir ja doch auf für St. Margareth in Augsburg langfristig eine schöne Krippe suchen, die in der Weihnachtzeit den rechten Seitenaltar zieren soll.

Schließlich stand ich einem älteren evangelischen Mann gegenüber, der erzählte, dass er über die Krippendarstellungen und das Bauen solcher Kulissen neu zum Glauben gefunden und einen Zugang zum kath. Denken in diesem Bereich bekommen habe. Ich war fasziniert von seinen Ruinenkrippen: da standen große marmorierte Säulen mit griechischen und römischen Kapitellen, halb eingestürzte Kuppeln und Mauern, Reste antiker Bodenpflaster und herabgefallene Stuckteile… Zwischen zwei zerbrochenen Säulen ein schlechtes Bretterdach, das notdürftig die hl. Familie schützen soll, die sich vor der Ruine befindet.

Beim ersten Anblick überwiegt das Staunen über die Feinsinnigkeit und die liebevoll gestalteten Details. Der Krippenbauer führte mich aber noch einen Schritt weiter: hinter diesen Darstellungen verbergen sich tiefe Gedanken: die Ruinen deuten Reste antiker Gebäude und Tempel an, die den Glanz der griechischen und römischen Religion und Baukunst symbolisieren. Noch heute stehen wir fasziniert in den spärlichen Resten des Forum Romanum, im Collosseum oder im Pantheon in Rom. Manchmal kann der Besucher solcher Bauwerke Skizzen betrachten, die versuchen einen Eindruck zu vermitteln welche Größe und Ausstattung  diese Gebäude einst hatten. Aber schnell wird uns auch die Vergänglichkeit menschlicher Werke ins Bewusstsein gerückt. Die Menschen haben zwar damals ohne große Hilfsmittel viel stabiler gebaut als heute, dennoch nagt der Zahn der Zeit an jedem noch so fest gebauten Haus. Vor dem Hintergrund menschlichen und heidnischen Denken und Schaffens stehen zwei lebendige Personen, junge Eltern, die auf ein neugeborenes Kind blicken. Diese Menschen vor den toten Mauerresten sind jedoch nicht gewöhnlich: der hl. Josef, nach außen scheint er der Vater des Kindes, ist aber in Wahrheit der Pflegevater des Neugeborenen und Beschützer seiner Frau, mit der er jungfräulich lebt. Ja und das Kind, das da auf Stroh gebettet liegt ist Gottes Sohn, wahrer Gott und wahrer Mensch.

Aus diesem Paradox ergeben sich richtige Betrachtungspunkte des Weihnachtsgeheimnisses:

So wünsche ich Ihnen aus ganzem Herzen eine besinnliche Adventszeit. Wir wissen wie schwer es ist diese Zeit wirklich als Vorbereitung auf das Fest der Geburt unseres Herrn zu leben. Ich lade Sie deshalb ganz konkret zu den Roratemessen ein. Alle, die in den letzten beiden Jahren dabei waren, empfanden es als ein besonderes Erlebnis, als wirklich adventliche Stunden. Die Termine der „Engländer“, wie die Roratemessen auch genannt werden, finden Sie in der Gottesdienstordnung.

Vergelt´s Gott sage ich Ihnen für jedes Gebet und jede Spende nach der Sonntagsmesse in St. Margareth und für jeden Betrag, den Sie auf das Augsburger Apostolatskonto überwiesen haben. Bitte vergessen Sie uns auch in Zukunft nicht, damit unsere Anliegen weiterhin verwirklicht werden können.

Auch die Kirche St. Margareth in Augsburg liegt mir sehr am Herzen. Wir haben das große Glück eine so schöne und altehrwürdige Kirche benutzen zu dürfen. In vielen Städten muss die tridentinische Liturgie in grauen Betonkapellen -, oder Kirchen gefeiert werden. Wir haben eine Kirche, die den Krieg heil überstanden hat und wie geschaffen ist für die traditionelle hl. Messe. Vielleicht können wir mit der Zeit unterstützt durch Ihre Hilfe St. Margareth vom Schmutz befreien. Die Stadt Augsburg ist Eigentümerin der Kirche, hat aber keine großen finanziellen Mittel für eine erstklassige Renovierung. Aber ich bin sicher, dass diese kleine, schöne Kirche Freunde findet, die ihr helfen. Es gibt schon kleine Anzeichen: die Putzschäden konnten behoben und die Beleuchtung verbessert werden. Eine Frau aus der Ulrichspfarrei, die unbekannt bleiben möchte, bezahlt die Renovierung des Kirchenportals… Vergelt´s Gott für alle Liebe zu „unserem“ Margrethkircherl!

 

Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gnadenreiche Advents- und Weihnachtszeit!

 

Mit priesterlichem Segensgruß !