Ausgabe

Nr. 20

Mitteilungen zu den hl. Messen in St. Margareth und zum klassischen römischen Ritus

September

2005

 

Liebe Freunde und Wohltäter!

 

Noch immer wird viel über den Besuch des hl. Vaters, Papst Benedikt XVI, gesprochen und geschrieben. Viele Menschen waren selbst beim Weltjugendtag oder haben dieses wichtige Ereignis über die Medien mitverfolgt. Bezüglich der Form der Weltjugendtage gibt es verschiedene Meinungen und Standpunkte und das darf auch so sein. Aber eines ist in diesen Tagen klar geworden: dieser Papst hat die Kirche in einen neuen Abschnitt ihrer Geschichte geführt, indem was er ist und was er in seiner Person verkörpert. Es lohnt sich auf sein Leben zu schauen. Ich lese gerade sein Buch „Aus meinem Leben – Erinnerungen“ (Deutsche Verlags-Anstalt München) und staune über seine Klugheit, seine präzise und souveräne Art, die gepaart ist mit echter Demut. Er hat die Kirche geprägt – schon lange – auch schon vor er der Präfekt der Glaubenskongregation wurde.

 

Jetzt ist es an der Zeit mehr denn je auf den hl. Vater zu schauen; das gilt ganz besonders auch für uns Katholiken, die sich der klassischen Liturgie verbunden fühlen. Im jetzigen Papst haben wir einen Mann Gottes, der unser Anliegen kennt, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir diese Liturgie, wenn auch noch eingeschränkt, in der Einheit der Kirche feiern dürfen und wir haben in ihm einen Wegweiser wie der Schatz der hl. Liturgie in dieser neuen Epoche fruchtbar werden kann. Die traditionelle Liturgie hat viele Anhänger, aber viele Grüppchen werden stagnieren und weiter gleichsam „im eigenen Saft schmoren“, wenn sie in liturgischen Angelegenheiten glauben es besser wissen zu müssen als der momentane Stellvertreter Christi. Wer glaubt das Rad der Geschichte sollte auf das Jahr 1950 zurückgedreht werden, der wird enttäuscht werden. Die Kirche lebt weiter; sie hat schon viele Krisen überstanden. Wie viele Gebete sind in den vergangenen Jahrzehnten aus Verwirrung, Dunkelheit und kirchlichem Chaos zum Himmel gestiegen. Ja, oft schien es wirklich, dass Teile des Weinbergs Gottes hoffnungslos verwüstet seien, aber: „die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“. Dieses Wort ist wahr! Wir dürfen dem heutigen Petrus trauen, auch in schwierigen und kritischen Punkten. Überwinden wir Angst, Engherzigkeit und Lieblosigkeit auch in unseren Reihen. Haben wir ruhig auch den Mut bei passender Gelegenheit zu sagen: „Ich will dein negatives Gerede nicht hören!“ Vielleicht steht ja neben uns ein suchender Mensch, der dankbar ist für einige aufbauende Sätze, die ihm etwas von der Schönheit unseres Glaubens und unserer Liturgie aufzeigen.

 

Nun noch einige Hinweise zur Gottesdienstordnung. Seit Juli habe ich in München eine weitere Aufgabe übernommen und werde nun wochentags in Augsburg am Donnerstagmorgen statt samstags u. montags zelebrieren. Herz-Jesu-Freitag und Herz-Mariä-Samstag  bleibt wie bisher. Bitte beten Sie auch weiterhin um eine positive Entwicklung des Augsburger Apostolates. Wir alle haben ja noch viele Wünsche. Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich unseren neuen Bischof besuchen und ihm von St. Margareth berichten….

 

Vergelt´s Gott sage ich für alle Gebete und materiellen Hilfen und bitte aus ganzem Herzen auch weiter darum, damit sich unsere Wünsche erfüllen können.

 

 

Mit priesterlichem Segensgruß!

 

 

 

Abendgebet

 

Herr, wenn ringsum alles zur Ruhe gegangen ist,

will ich noch eine Weile vor Dir knien.

Löse mich, o Herr, von allen Fesseln,

die ich in mir selbst trage.

Dass ich nicht frei für mich werden kann.

Löse mich von den Fesseln des Wunsches

                        geliebt zu werden,

                        geachtet zu werden,

                        gehört zu werden.

Löse mich von den Fesseln der Empfindlichkeit,

                        wenn mein ich getroffen wird,

                        wenn meine Pläne nicht anerkannt werden,

                        wenn ich dadurch in Trotz und Unzufriedenheit falle.

Löse mich von der Furcht

                        verlacht zu werden und verspottet,

                        zurückgesetzt und übergangen zu werden,

                        in Ungnade bei den Vorgesetzten zu fallen.

Gib mir, Herr, die Freiheit,

                        nichts weiter zu sein zu wollen als dein Diener,

                        an nichts weiter zu hängen als an Dir.

Gib mir, o Herr, die Freiheit,

                        über den Dingen zu stehen,

                        um sie mit Deinen Augen der Liebe zu überblicken,

                        und unter den Dingen zu stehen in Demut,

                        um sie zu Dir zu tragen als schweigender Grund.

                                                                als schweigender Diener.

Gib mir, Herr,

                       endlich und für immer

                       die unstillbare Sehnsucht

                        n a c h  D i r,

                        immer nur nach D I R !  Amen.