Ausgabe

Nr.16

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus September

2004

 

Liebe Freunde und Wohltäter,

 

vor kurzem führte mich der Besuch einer Familie nach Lauingen in die Geburtsstadt des hl. Alberts des Großen. Er wurde dort um 1193 geboren und obwohl er in Köln starb und dort sein Leib in der Krypta der St-Andreas-Kirche ruht wird in Lauingen ein Teil seines Schädels verehrt. Da sein Fest noch in diesem Herbst nämlich am 15. November, gefeiert wird, möchte ich in diesem Herbstrundbrief diesen Heiligen ein wenig vorstellen. Nicht nur Italien oder Frankreich hat viele Große Heiligengestal­ten, nein, es gibt sie auch in unserem süd­deutschen Raum.

 

Aber nun zu Albertus Magnus: Schon als junger Mensch beobachtete er die Natur in Feld, Wasser und Wald, studierte Pflan­zen und Getreide, die Erde mit ihren Bodenschätzen, das Himmelszelt mit Sonne, Mond, Sternen und Wolken. 1222 hielt er sich zum Studium an der Universität Pa­dua auf, wo er bereits als großer Kenner der Natur bekannt wurde. Hier lernte er den Dominikanerorden kennen, in den er 1229 eintrat. Nach dem Noviziat und der Priesterweihe wirkte Bruder Albertus in verschiedenen Niederlassungen des Ordens als Lehrer der Philosophie und Theologie. 1245 erwarb er an der Universität Paris den Magistergrad, drei Jahre später übernahm er die Leitung der neu gegründeten Ordenshochschule in Köln. Der hl. Thomas von Aquin war dort sein Ordensbruder und Schüler. Alle Gebiete des Wissens beschäftigten den regen Geist Alberts: Physik, Chemie, Botanik, Philosophie und Theologie. Er war einer der großen Bahnbrecher seiner Zeit und für die kommenden Jahrhunderte:

Als Naturwissenschaftler machte er als erster die Forschung und das Experiment zum Ausgangspunkt aller Naturbetrachtung; als Gelehrter baute er die Brücke zur ara­isch-griechischen Philosophie; als Theologe legte er den Grundstein zur Scholastik. Dabei war er ein bescheidener, frommer Priester, der redegewandt das Wort Gottes verkündigte und die Menschen im Innersten anrühren konnte.

In der St. Martinskirche zu Lauingen fand ich folgenden Bericht von 1763, der vom hl. Albert als Beter und Mystiker zeugt Da heißt es: Zu Köln am Rhein lebte ein from­mer Bischof Albertus mit Namen. Dieser bat Gott inständig, er möchte ihm offenbaren, welches die größten und dem Sünder nützlichsten Werke wären. Als er einmal in einer Kapelle die hl. Messe las, sagte er kurz vor der hl. Wandlung, er wolle die hl. Hostie nicht aus seiner Hand lassen, bis Ihm solches geoffenbart würde; und siehe, nach der hl. Wandlung ist ein kleines Stücklein aus der Hostie gebrochen und sagte zu ihm: „Weil du mich gleichsam gezwungen, so wisse: Übe dich in diesen 9 Punkten und sündige in Zukunft nicht mehr; so bist du deines Heiles gewiß!“

Auf der Tafel in Lauingen sind dann die 9 Sätze aufgeschrieben ‚ die der Herr nach der hl. Wandlung dem hl. Albertus kundtat:

1.Wenn du aus eigener Hand austeilst (Almosen), so ist es mir lieber, als wenn deine Nachkommen ganze Säcke voll austeilen.

2.Wenn du deinen Freunden von Herzen verzeihst, so ist es mir lieber, als wenn    

du unter beständigen Geiselstreichen (Selbstgeiselung) nach St. Jakob (span.

Wallfahrtsort Santiago de Compostella) wallfahrtest.

3.Wenn du Unwissende im Guten unterrichtest, so ist es mir lieber, als wenn du

sieben Jahre mit Wasser und Brot fasten würdest.

4.Wenn du im Leben ein reumütigen Zäh­rer (Träne) vergießest, so ist es mir

lieber, als wenn deine Nachkommen ganze Brunnen mit Zährer auffüllten.

5.Wenn du dich für den geringsten Menschen hältst, so ist es mir lieber, als  

wenn du über alle Wasser Brücken bauen und die darüber Gehenden umsonst

beherbergen würdest.

6.Wenn du bei der Nacht zum Gebet aufstehst, so ist es mir lieber, als wenn du

10.000 Bewaffnete (für den Glauben) zu kämpfen aussenden würdest.

7.Wenn du im Leben für deinen Freund betest und ihm Gutes tust, so ist es mir

lieber, als wenn alle Heiligen Gottes für dich bitten würden.

8.Wenn du deinem Nächsten das fremde Gut zurückgibst so ist es mir lieber,   

   als wenn du dein Hab und Gut unter die Armen austeilen würdest.

9.Wenn du dich der weltliche Freuden entziehst, so Ist es mir lieber, als wenn

du dich an einem Seil (gefesselt) bis in den Himmel ziehen lassen würdest.

 

Soweit die Inschrift In der Stadtpfarrkirche zu Lauingen. Diese Sätze aus dem Mund Gottes sprechen für sich. Im wesentlichen werden leibliche und geistige Werke der Barmherzigkeit genannt, die wir auch aus der hl. Schrift kennen. Diese werden anderen zwar auch guten Werken gegenübergestellt die aber entweder nicht so wertvoll sind, weil sie andere für uns tun oder aber selbst ausgedacht und ausgewählt sind. Gott zeigt uns damit, dass die tagtäglich Im Alltag auf uns zukommenden Möglichkeiten an Werken der Gottes- und Nächstenliebe bei Ihm mehr zählen, als andere außergewöhnliche oft mit Eitelkeit verbundene gute Tätigkeiten und Bußübungen.

 

Der hl. Albert war also nicht nur ein großer Gelehrter, sondern vor allem ein Mann mit einem gesunden, kernigen Glauben. 1254 wurde er als Provinzialprior berufen. Dieses Amt verwaltete er bis 1257. Im Gehorsam gegenüber dem Papst übernahm er 1260 eine schwere Bürde als Bischof von Regensburg, von der er auf seine Bitte hin zwei Jahre später entbunden wurde. In dieser Zelt brachte er mit großem Hirteneifer das kirchliche Leben seiner Diözese zu neuer Blüte, danach wurde er päpstlicher Legat und Prediger bis zum Tod Papst Urban IV.

 

In den folgenden Jahren finden wir ihn In Straßburg, Mecklenburg, Basel, Mühlhausen, und Colmar. Ab 1271 lebte er wieder in Köln. Zeitlebens wurde er oft als Friedensvermittler angerufen. Seine letzten Jahre gehörten ganz Gott in der Stille seiner Zeile. Am 15. November 1280 gab er sein Leben In die Hände seines Schöpfers zurück.

 

1622 sprach Papst Gregor XV. diesen großen, frommen Gelehrten selig und am 16.Dezember 1931 erhob Ihn Papst Plus XI. zur Ehre der Altäre. 1941 erklärte Papst Plus XII. den hI. Albertus zum Patron der Naturwissenschaftler. So bleibt uns zu beten:

Hl. Albertus, bitte für uns!

Hl. Albertus, erleuchte die Wissenschaftler!

Hl. Alberuts, erbitte uns eine neue Zeit in der diese Welt zusammen mit ihren Schöpfer gesehen wird!

 

Mit priesterlichem Segensgruß,

 

 

 

Gebet des heiligen Albertus Magnus

O Dreieinigkeit

Erhabenster, gütigster, wohltätigster

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist,

ein einiger Gott ich hoffe auf dich.

Lehre mich, leite mich, stütze mich.

 

O Vater! Durch deine unendliche Macht

befestige mein Gedächtnis in dir und

Fülle es mit heiligem Gedanken.

 

O Sohn! Mit deiner ewigen Weisheit

Erleuchte meinen Verstand, gewähre mir

Die Erkenntnis deiner höchsten Wahrheit

Und meiner Niedrigkeit.

 

O Heiliger Geist, der du die Liebe des

Vaters und des Sohnes bist in deiner

Unfassbaren Güte nimm meinen Willen

In dich hinein und entflamme ihn mit dem

Unauslöschlichen Feuer deiner Liebe.

 

Mein Herr und mein Gott, mein alles.

Was fehlt mir noch, wenn ich dich besitze.

Du bist mein einziges, unwandelbares Gut