Ausgabe

Nr.13

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus Januar

2004

 

Liebe Freunde und Wohltäter,

 

Nun sind wir eingetreten in die Zeit der Lichter: Viele grelle Lichter und blinkende Lichterketten haben schon in den Adventswochen ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt; vielleicht aber haben Sie ein Rorateamt erlebt oder sind daheim vor dem Ad­ventskranz ruhig geworden. Die „echten“ Lichter, die nicht „Scheinlichter“ sind, weisen auf Jesus Christus unseren Erlöser, der von sich gesagt hat „Ich bin das Licht der Welt“ Jede Kerze soll auf Ihn und die Hoffnung, die von Ihm ausgeht, hindeuten. Diese Weihnachtszeit, in der wir nun stehen, sie wird im weiteren Sinn auch mit einem Lichterfest beendet, nämlich mit dem Fest Mariä Lichtmess oder Darstellung des Herrn. Vierzig Tage nach seiner Geburt brachten die Muttergottes und der hl. Josef das Jesuskind in den Tempel zur Beschneidung. Die Kirche betet an jedem Abend im Stundengebet den wunderbaren Lobgesang, den der greise Simeon damals an Gott gerichtet hat, als er den Retter der Welt aufseinen Armen trug:

„Nun lässt Du Deinen Diener, Herr, nach Deinem Wort in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben Dein Heil gesehen, das Du bereitet hast vor allen Völkern; ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und ein Ruhm für Dein Volk Israel.“

 

Jesus Christus kam zuerst zum auser­wählten Volk, aber schon die Anbetung der drei Weisen aus dem Morgenland deutet darauf hin, dass er auch die Heiden zum Licht des Glaubens führen möchte. Im Hinblick jedoch auf das Fest „Mariä Lichtmess“ möchte ich heute unseren Blick auf die Segnung der Kerzen lenken. Im Schott finden Sie unter dem 2. Februar die feierlichen Gebete und Gesänge zur Kerzenweihe am Lichtmesstag. Aber auch das ganze Jahr über können Kerzen gesegnet werden. Übrigens ist es nicht ganz korrekt von „Kerzenweihe“ zu sprechen, denn geweiht werden nur Personen (z.B. Priesterweihe), Altäre, Glocken und Kelche. Hier nun den Text der Kerzensegnung aus dem alten Rituale Romanum:

 

Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,

der Himmel und Erde erschaffen hat!

Lasset uns beten!

Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, wir bitten Dich, segne diese Kerzen + und lege in sie hinein durch die Kraft Deines heiligen Kreuzes + einen wahren Himmelssegen. Du hast sie uns Menschen gegeben zur Verscheuchung der Finsternis. Darum mögen sie durch das Zeichen des heiligen + Kreuzes eine solche Kraft erlangen, dass von allen Orten, wo sie ge­raucht oder aufbewahrt werden, die Mächte der Finsternis mitsamt ihrem Anhang weichen müssen, um nie mehr jene zu beunruhigen und zu quälen, die Dir dienen, dem allmächtigen Gott,  der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Geweihte Kerzen sind also ein Sakramen­tale, durch deren ehrfürchtigen Gebrauch wir Gnaden erlangen können. Sakramentalien (Weihwasser, alle gesegneten Gegenstände) sind im Gegensatz zu den Sakramenten (von Christus eingesetzt) von der Kirche eingesetzt und bei ihrer Verwendung steigt neben dem persönlichen Gebet auch das Gebet der Kirche zu Gott. So gesehen ist z.B. auch schon das Aufstellen einer geweihten Kerze sinnvoll und gut. Interessant ist auch der Aspekt, dass gesegnete Kerzen gegen die „Mächte der Finsternis“ einen Einfluss haben. Nutzen wir also die Möglichkeiten der gesegneten Gegenstände! Gerade in unserer Zeit merken wir wie die Macht des Teufels zunimmt und auch allerhand neuheidnische Magie „auf den Markt“ kommt. Christus das Licht der Welt, erleuchte Sie alle Tage des neuen Jahres!

 

Mit priesterlichem Segensgruß!

 

 

Vater, ich überlasse mich Dir!

 

O wie tröstlich ist es doch, bester Vater,

dass Du meinen Kalender für das kommende Jahr

schon längst und auf das genaueste gemacht hast!

So überlasse ich mich ganz Deiner gütigen Vorsehung

und kenne nur eine Sorge:

Deinen väterlichen Willen zu erkennen und zu erfüllen.

Meine Vergangenheit liegt versenkt im Schoße der göttlichen Barmherzigkeit.

Meine Zukunft ruht wohl geborgen im Schoße der väterlichen Vorsehung.

Meine Gegenwart zeigt mir meine Pflichten den allerheiligsten Willen Gottes.

Und - dahin gehöre ich mit Leib und Seele!

Dann bin ich und bleibe ich stets vereint, vereint mit Gott,

dem ewigen, gütigen Vater!

 

 

 

Wilhelm Ebersschweiler SJ

+ 23.12.1921