Ausgabe

Nr.12

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus Oktober

2003

 

Liebe Freunde und Wohltäter,

 

Wir stehen im Rosenkranzmonat Oktober und wenden uns wie im Mai besonders der Muttergottes zu. In Tausenden von Bildern haben Menschen zu allen Zeiten ihre Beziehung zu Maria ausgedrückt und dadurch wiederum in anderen Menschen Gefühle des Vertrauens und der Innigkeit zur Mutter des Herrn geweckt.

 

Ich möchte Ihnen in diesem Rundbrief einige Gedanken zu einem Marienbild mitgeben, das sich in den Mauern der Stadt Augsburg befindet Die meisten von Ihnen kennen es, die Knotenlöserin in St. Peter am Perlach. Fast immer findet man Beter im rechten Seitenschiff vor diesem Bild. Viele wissen übrigens nicht, dass es sich auch lohnt ins linke Seitenschiff dieser Kirche zu gehen. Unter der Kreuzigungsgruppe nämlich be­finden sich Reliquien der hl. Crescentia von Kaufbeuren. Das aber nur als Nebenbe­merkung. Gehen wir zurück zur einmaligen Darstellung der Knotenlöserin. Gerne sende ich Ihnen auf Wunsch Bildchen zu und werde in den kommenden Wochen auch welche in St. Margareth und Landsberg auflegen. Maria löst liebevoll ein stark verknotetes Band. Unten am Bildrand im Halbdunkel ein Mensch auf dem Weg — geführt von einem Engel.

 

Das schöne am Symbol des verknoteten Bandes ist, dass es dem Betrachter überlas­sen wird, an welche Art von Knoten, sprich Schwierigkeiten, er denkt, wenn er auf dieses Bild schaut. Es gibt kleine Knoten und Anliegen: Eine gute Heimfahrt, eine Prüfung usw., zu deren Lösung unsere Eigenbeteili­gung sehr stark gefordert ist. Es gibt aber auch schier unlösbare Knoten, die fast wie Fesseln aus Draht oder gar Stahlseilen zu sein scheinen. Wird die zarte Frau auf dem Bild da helfen können? Es sieht so aus, als ob ihre milden Hände sich eher auf das Lösen von verknoteten Seidenbändern o.ä. verstehen!? Hat diese hohe Dame Ahnung von den Knoten, die Menschen in ihr Leben mitbekommen haben? Zum Beispiel Ableh­nung und Mangel an Liebe vom Mutterleib an, weil vielleicht Menschen im Spiel waren, die selbst seelisch kaputt und liebesunfähig durchs Leben gingen. Wie oft werden Verletztheit und Wunden von Generation zu Generation weiter getragen. Verletzte verletzen wiederum andere, d.h. zu den mitbekommenen Knoten kommen weitere zugefügte Knoten dazu und können dazu führen, dass ein solcher Mensch aus seiner Verzweiflung selbst auch wiederum Knoten produziert —sich und andere verknüpft in ein schier auswegloses Chaos. Hinzu können die Kno­ten von außen kommen, die wie Stolper­steine und Felsen auf unserem dunklen Weg liegen.

 

Dürfen wir es wagen die anmutige Frau auf dem Bild zu bitten ihren Blick auf diese Knoten zu lenken? Ja, wir dürfen es. Viel­leicht ist noch ein Funke Hoffnung in uns, der uns aufschauen lässt Ja, sie kann uns helfen, denn sie ist die Morgenröte des erlösenden Lichtes, nach dem wir uns bewusst oder unbewusst sehnen. Sie wird uns nicht erschrecken und nicht mit einer Eisenzange in unseren Knoten herumstochern. Nein, sie wird uns liebevoll anblicken und uns immer wieder bitten die Knoten, die uns wehtun, loszulassen. Ja, wir fühlen unseren Schmerz, aber wir sind mehr als unsere dunklen Gefühle. Reichen wir dem Engel an unserer Seite die Hand. Er ist da, auch jetzt in diesem Augenblick streckt er liebevoll seine Hand Dir entgegen. Er kann Dich zum entknoteten Band Mariens führen, das auf der einen Seite des Bildes wie eine rettende Leiter aus ihrer Hand herunterhängt. Wage es dieses Band zu ergreifen —es hält. Dann wirst Du ihre milden und barmherzigen Augen sehen — die einzigen Augen eines Geschöpfes, das nicht verletzt ist und keinen verletzenden Blick zuwirft. Die „schöne Dame“ (wie sie die hl. Bernadette von Lourdes bezeichnete) wird Dir schließlich sagen, dass die furchtbarsten Knoten Deines Lebens Deine angsterfüllten und sich im Kreis drehenden eigenen Gedanken sind. Solltest Du dann vorsichtig, vielleicht zögernd, immer noch fasziniert von der Liebe ihrer Augen langsam nicken, dann beginnen sich Knoten zu lösen. Hast Du die Richtigkeit dieser Übung erkannt, dann wiederhole sie immer und immer wieder, denn das Kind sucht ja auch immer wieder das Angesicht der Mutter, um „leben“ zu können...

 

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung in materieller Form und bitte Sie auch weiterhin darum. Vergessen wir aber vor allem nicht das gemeinsame Beten füreinander, das so wichtig ist!

 

Mit priesterlichem Segensgruß!

 

Maria vom Knoten

Maria vom Knoten,

Dein Ruf kommt von weit –

Du hilfst Deinen Kindern

zu jeglicher Zeit!

 

Der Knoten sind viele,

man knüpft sie zuhauf.

Und müht sich vergeblich –

sie gehen nicht auf…

 

Da hör‘ ich die Kunde,

wie tröstlich sie klingt

Es gibt eine Hand,

die die Knoten entschlingt.

 

Mein Leid, meinen Kummer

ich Dir anvertrau:

Ich weiß keinen Ausweg,

hilf, heilige Frau!

 

Jetzt fällt durch den Knoten

Dein Auge auf mich –

und ich muss erkennen:

Der Knoten bin ich…

 

Maria vom Knoten,

wer hätt‘ das gedacht:

Heut‘ hast Du mir Licht

und den Frieden gebracht!

 

Melodie „Gotteslob“ Nr. 594

„Maria‚ dich lieben“