Ausgabe

Nr.4

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus Dezember

2001

Liebe Freunde und Wohltäter,

 

in diesen Tagen vor dem Weihnachtsfest möchte ich mich noch einmal mit diesem „Augsburger Rundbrief Nr. 4“ an Sie wenden. Aus ganzem Herzen wünsche ich Ihnen ein von Gottes Gnade begleitetes Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus.

 

Im Hinblick auf das zu Ende gehende Jahr möchte ich auch ein herzliches Vergelt‘s Gott sagen für jedes Gebet, für Ihre Treue und jede materielle Unterstützung. Ich weiß um Ihre Opfer und möchte mich heute ganz besonders dafür bedanken. Leider ist die „Augsburger Seelsorge“ finanziell gesehen immer noch auf die Hilfe von außen an­gewiesen, so dass ich Sie auch weiterhin um Ihre Unterstützung bitte. Es wurde mir schon nahe gelegt, dem Rundbrief Über­weisungsformulare beizulegen, dennoch möchte ich darauf verzichten, weil dies aufdringlich scheinen könnte und ich weiß, dass diejenigen, die unser Anliegen unter­stützen, bemüht sind so zu helfen, wie sie es können. In diesem Zusammenhang bitte ich auch nochmals diejenigen, die ich nicht persönlich kenne, mir gelegentlich mitzu­teilen, ob sie den „Augsburger Rundbrief“ in Zukunft bekommen möchten oder nicht.

Für diesen Weihnachtsrundbrief habe ich ein altes Stahlstichbildchen ausgesucht, da diese Abbildung mit den daneben stehenden kurzen Sätzen sehr gut die Dimension des Geschehens von Weihnachten aufzeigt (siehe unten). Denn in der Tat wurde es durch die Menschwerdung, die wir in diesen Tagen feiern, möglich, dass Christus unser Bruder, unsere

  

Speise, unser Lösegeld und unsere Belohnung wird. Zu leicht schauen wir nur auf die Krippenidylle und vergessen, dass Jesus uns „in allem gleich“ wurde „außer der Sünde“. Durch die Überwindung dieses un­endlich großen Abstandes zwischen dem Vater und diesem winzigen Planeten Erde hat er das menschliche Dasein geheiligt und erhöht. Er, der unendlich große Gott, nimmt unsere begrenzten Ausmaße an, um uns seine unübertreffbare Liebe zu zeigen, d.h. er versteht und liebt uns als Bruder auch in unseren leiblichen Begrenztheiten und Gebrechen. Aber noch nicht genug: Er wird noch kleiner als das sichtbare Kind in der Krippe. Er nimmt im Altarssakrament den kleinen Umfang einer Hostie an, die wesentlich sein Leib wird.

Wir erahnen in welche Tiefe uns die Betrachtung des Weih­nachtsgeschehens führen kann. Damit ist er aber noch nicht am Ende seiner Ernie­drigung. Er ruht nicht bis sein kostbares Blut am Kreuz als wunderbarer Lösepreis unserer Erlösung fließt. Wie konträr sind seine Prinzipien gegenüber den egoisti­schen Maßstäben der Welt. Von Anfang an steckt dahinter das Geheimnis von Tod und Auferstehung. Sterben, damit andere leben. So wird er schließlich unsere Belohnung sein und zeigt uns durch sein Handeln den „Weg des Lebens“ wie es auch auf dem Bildchen zu sehen ist.

Nehmen wir diese Torheit der Liebe, die bis zum letzten geht, als Anlass wieder regelmäßig zu betrachten, d.h. betend und dankend über unseren Glauben nachzu­denken. Wenden wir uns mutig vom neu-heidnischen Weihnachtslärm ab, um in der Stille die Liebe Gottes zu den Menschen zu bewundern.

 

Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass das großartige Geschehen von Weihnachten jeden Tag des neuen Jahres 2002 über­strahlen möge.

 

Mit priesterlichem Segensgruß!

 

PAPST LEO XIII.

 

Zum göttlichen Jesuskind!

 

Liebenswürdiger Herr Jesus Christus!

Unseres Heiles wegen bist Du ein Kind geworden.

 

In einer Höhle wolltest Du geboren werden,

um uns der Finsternis der Sünder zu entreißen,

um uns an Dich zu ziehen und

Deine Liebe in uns zu entzünden.

 

Wir beten Dich an als

unseren Schöpfer und Erlöser.

 

Wir glauben an Dich; wir erwählen Dich

zu unserem König und Herrn.

Als Zeichen unserer Huldigung schenken

wir Dir die ganze Liebe unseres armen Herzens.

 

Guter Jesus, unser Herr und Gott,

nimm unser Opfer gnädig an!

 

Damit es Dir gefallen kann, verzeihe uns

unsere Sünden, schenke uns Dein Licht

und entzünde in uns das heilige Feuer,

 das Du auf die Erde gebracht hast

und in unseren Herzen entfachen willst.

 

Unsere Seele soll so zu einem Altar werden,

auf dem wir das Opfer unserer Abtötungen

Dir darbringen.

 

Gib, dass wir hier auf Erden stets Deine

größere Ehre suchen, damit wir dereinst auch

Deine unendliche Herrlichkeit schauen dürfen

 im Himmel. Amen.