Ausgabe

Nr.1

Mitteilungen zu den hl. Messen in St Margareth und zum klassischen römischen Ritus März

2001

Liebe Freunde der alten Liturgie,

Sie halten die erste Ausgabe des „Augsburger Rundbriefes“ in Händen. Dieser Rundbrief soll, wie es im Titelkopf steht, Informationen über die hl. Messen in St. Margareth im alten klassischen Ritus geben. Darüber hinaus möchte dieser Rundbrief auch Impulse aus der Fülle unseres katholischen Glaubensgutes und mir als Priester eine Möglichkeit bieten mit Ihnen in Kontakt zu treten, zumal ich ja nur einen Teil der Gottesdienstbesucher persönlich kenne. Es gibt sicherlich auch eine Art Freundeskreis, d.h. Personen, die zwar nicht nach St. Margareth kommen können, diese „Sache“ aber mit ihrem Herzen unterstützen und diesen Rundbrief deshalb gerne erhalten.

So enthält er ein geistliches Wort zum Kirchenjahr, ein Extrablatt mit katechetischem Inhalt und anfallende Informationen. Das „Katechismusblatt“ ist gelocht und kann somit gesammelt werden. Es soll eine Ergänzung zum neuen „Katechismus der katholischen Kirche“ sein und stützt sich auf den „Basler Katechismus“, der 1947 für die Volksschulen herausgegeben wurde. Auch wenn er ursprünglich für Kinder erstellt wurde, so kann er sicherlich auch Erwachsenen Glaubenswissen vermitteln oder zumindest „auffrischen“. Gerade das mangelnde Wissen ist sicherlich auch Teil der heutigen Glaubenskrise. Die Predigt, die sonntags gehört wird, kann diesem Mangel nur begrenzt abhelfen, denn ihr eigentlicher Sinn ist es, das Evangelium auszulegen und für das geistliche Leben fruchtbar zu machen. Glaubenswissen kann somit nur am Rande miteingebracht werden. Aus diesem Grund war die frühere Praxis der Katechismusstunden für die Kinder und der sogenannten „Christenlehre“ für die Erwachsenen keine schlechte Einrichtung. Heute stellt sich das Problem ‚ dass die wenigsten um den Kirchturm herum wohnen und somit es oft schwer ist, katechetische Weiterbildung zu empfan­gen, zumal meist auch das Angebot rar ist. Wir wollen aber die Möglichkeiten nutzen, die uns offen stehen. Wenn wir ehrlich sind, gibt es doch ein großes Angebot an Vorträgen, neue gute Bücher und Zeitschriften. Vielleicht kann eben auch der „Augsburger Rundbrief“ den einen oder anderen Impuls geben.

Auf der letzten Seite des Rundbriefes ist unsere Kontonummer bei der Liga-Bank Augsburg angegeben. Dieses Konto wurde angelegt zur Bestreitung der anfallenden Kosten des Augsburger Apostolates. Ich bin jedem sehr dankbar, der etwas geben kann und möchte, selbst wenn es ge­ringe Beträge sein sollten. Niemand soll sich jedoch in falscher Weise bedrängt fühlen. Anfangs hat unser Haus der Priesterbruderschaft St. Petrus in Stuttgart bei der Deckung der Kosten mitgehol­fen; es ist aber natürlich mein Wunsch, dass „Augsburg“ finanziell bald auf eigenen Beinen stehen kann. Erwünschte Spen­denbescheinigungen werden am Anfang eines jeden Jahres zugeschickt. Zur Zeit erfolgt dies von Stuttgart aus, da das Konto bei der Liga-Bank zum Förderverein St. Petrus Stuttgart gehört.

Am Ende des Rundbriefes finden Sie auch meine Postanschrift und eine Handy—Nummer, unter der Sie mich erreichen können. Es würde mich sehr freuen von Ihnen ein Echo zu diesem „Augsburger Rundbrief“ zu hören. Bitte teilen Sie mir es kurz mit, falls Sie den Rundbrief nicht wünschen. Für den Versand des Rundbriefes dienen mir die Adressen des Wig­ratzbader „Informationsblattes“ der Priesterbruderschaft St. Petrus der Augsburger Region sowie Anschriften, die ich selbst von Gläubigen in Augsburg bekommen habe.

So macht sich die erste Ausgabe auf den Weg. Stellen wir alle unsere Anliegen unter die Fürbitte der Muttergottes, des hl. Ulrich und der hl. Afra, welche Titelseite des „Augsburger Rundbriefs“ schmü­cken. Diese Abbildung wurde uns freundlicherweise vom Verlag St. Ulrich in Augsburg zur Verfügung gestellt. So wünsche ich Ihnen allen eine gesegnete Fastenzeit und ein gnadenreiches Osterfest.

Ihr

Das letzte Wunder

Viele Wunder hat der Herr gewirkt während der Zeit seines öffent­lichen Lebens: Wunder der Hei­lung an den Kranken, Wunder der Auferstehung an den Toten, Wun­der der Bekehrung an den armen Sündern, Wunder im Reiche der Natur, den Fischfang, die Stiilung des Sturmes, das Wandeln auf dem See. Das erste Wunder galt der bedrohten Hochzeitsfreude —und sein letztes?Auf dem Olberg ist es, der Herr hat seine entsetzliche Todesangst durchlitten. Er hat alle Einzelheiten dessen geschaut, was seine Feinde ihm antun werden, und so gräss­lich ist es, dass ein tiefe Traurigkeit seine Seele befällt. Und nun ist die Stunde gekommen, in der sich erfüllen soll, dass er zerschlagen wird ob unserer Missetaten. Die Feinde sind da, um ihn gefangen zu nehmen; mit Knüppeln sind sie ausgezogen. Petrus erkennt die Gefahr und greift zum Schwert. Er trifft einen der Schergen, und er „hieb ihm das Ohr ab“. Hier ist es, dass Jesus das letzte Wunder seines irdischen Lebens wirkt: „Er berührte das Ohr des Knechtes und heilte ihn!“Dieser Knecht ist sein Feind ‚ er will ihn zur Marter schleppen, die er eben mit Grauen geschaut hat. Erwill ihn seinen Todfeinden ausliefern, die ihn geißeln, misshandeln und ans Kreuz schlagen werden. An diesem Feinde ist es, dass Christus noch einmal seine Wunderrnacht offenbart. Mit einem Wunder der Barmherzigkeit beschließt er sein öffentliches Le­ben. Seine eigene Seele ist von Todestrauer erfüllt. Er bräuchte nur den Vater bitten, und er würde ihm Legionen von Engeln zu Hilfe senden. Er aber will ungetröstet leiden und sterben. Ist dies nicht das größte aller Wunder? Herr, was ist das für eine Liebe, die dem Feind Gutes tut. Wie tröstet uns der Gedanke daran, dürfen wir doch hoffen, dass du deine Freunde um so inniger lieben wirst. Wir kom­men nicht zu dir wie jener Knecht, wir kommen in Ehrfurcht, von dem heiligen Verlangen beseelt nach einer ganz innigen Gemeinschaft mit dir. Wir kommen wohl mit Sünden und Fehlern und Armse­ligkeiten behaftet, aber unser Herz ist erfüllt von Reue und Liebe. Darum wirst du auch in deinem verklärten Leben das Wunder der Heilung und der Heiligung an uns wirken.

 

Annette di Rocca

(Aus „Fatima ruft“, Ausgabe Nr. 170)

 

Die Verurteilung Gottes durch den Menschen

und Gottes Antwort: Das Kreuz

„Jesus wird zum Tode verurteilt und nimmt das Kreuz auf sich.“

Man kann nicht eindringlich genug diese Szene schildern und zu begreifen versuchen. Was der Mensch ist, wenn er nur Mensch ist, und wie Gott sich diesem Menschen gegenüber verhält, ist nirgends tiefer zu erfassen.

In dieser Szene ist alles anders, als es sein sollte: Gott, der Richter, ist der Angeklagte, der Mensch ist der Richter. Gott wird verurteilt, vor dessen Heiligkeit der Mensch nur Sünder sein kann, vor dem alles offen liegt, die geheimsten Gedanken und die verborgensten Taten. Und das Urteil stützt sich — was für eine Lästerung — darauf, dass er sich als diesen Gott bekannt hat. Das ist der eigentliche Grund, alles andere ist nur Vorwand. Hinter die­ser Verurteilung Gottes zum Tod steht die letzte Bosheit, deren der Mensch fähig ist: Gott nicht zu wollen, sondern sich selbst. Erst jetzt ist eigentlich die Sünde Adams vollendet. Jetzt scheint der Angriff der Menschen auf Gott schon in der Morgenfrühe der Schöpfung begonnen, ans Ziel gelangt: Gott ist in der Hand des Menschen. Im Grunde weiß der Mensch sehr genau, dass er ohne Gott nicht auskommt. Im Grunde will er auch nicht von ihm lassen. Aber — und das ist ja gerade die Bosheit — er will ihn nicht so wie er ist, sondern wie er ihn haben möchte. Und eben das bedeutet, dass er sich seiner schließlich doch entledigen muss. So verurteilt er ihn zum To­de und vollzieht das Urteil. Hier öffnet sich uns ein Abgrund, der uns schaudern lässt; denn der Mensch lebt in diesem Abgrund, ja noch mehr, dieser Abgrund ist im Menschen. Und so ist er auch in uns. Was hätten wir einen Grund zu sagen, wir hätten kein Ärgernis an Jesus genommen, wäre diese Entscheidung so direkt an uns herangetreten? Jedes Mal, wenn wir an die Verurteilung Jesu den­ken, muss es heißen: Das könntest Du sein! Ist das eine böswillige Verdächtigung? Oder gibt es vielleicht diese Verurteilung Gottes nicht auch unter uns? „Lasset uns ihn ausrotten aus dem Land der Lebendigen ...“ (Jer 11,19)? Aus demselben Grund — weil wir ihn nicht so wollen wie er ist? Hat nicht einer, stellvertretend für seine und unsere Zeit, es proklamiert und laut hinausge­schrieen: „Gott ist tot“, und hinzu­gefügt „und wir haben ihn getötet!“ (Nietzsche)

Die Verurteilung Jesu zum Tode ist eine Herausforderung Gottes. Wie wird er darauf antworten? Wir mei­nen, nun müsse er einen gewal­tigen Strafengel schicken... Aber es geschieht etwas Unbegreifliches, und gerade deshalb etwas Göttliches. Die Antwort Gottes ist nicht Fluch und Vernichtung! Aber das macht sie noch bestürzender für uns. Gott anerkennt das Urteil. Er tut es, indem er das Kreuz auf die Schultern seines Sohnes legen lässt. Und Christus nimmt es an. Unbegreifliches Geschehen! Dem Abgrund der menschlichen Bos­heit, die auf Vernichtung drängt, antwortet ein Abgrund der Geduld und der Liebe. Will Gott schließlich doch noch auf seinen Anspruch verzichten und dem Menschen das Feld überlassen, um sein zu können „wie Gott“? Was wollte Gott damit, dass er das Kreuz an und auf sich nahm? Nichts anderes als dem Menschen die Folgen seiner Tat zeigen, d.h., in welchen Abgrund der Verwirrung, des Nichts, der Leiden und der Sinn­losigkeit er stürzt, wenn er Gott ausrottet aus seinem Leben und aus der Welt, in der er lebt. Und dass doch in Wirklichkeit ihn nichts anderes frei macht, als die willige Übernahme dieser Folgen, in denen er geläutert wird und zur Umkehr gelangen kann. Aber im­mer wieder bäumt sich der Mensch gegen das Kreuz auf. Er will das Leben, aber nicht den Tod. Er will das jauchzende Glück, aber nicht das drückende Leid. Er will den Tanz durch die Welt, aber nicht den schleppenden Gang unter dem Kreuz. Er will Herrschaft und Macht, aber nicht die Schmach und Schwäche des Kreuzträgers. Und doch — es gibt keinen anderen Aus­weg aus dem Chaos, das sich der Mensch selbst bereitet hat. Das Kreuz ist der einzige Weg ohne Sackgassen. Gott zeigt es dem Menschen: er lädt das Kreuz auf die Schultern seines Sohnes und Christus nimmt es an — für uns! Das Kreuz vom Menschen aufgerichtet zum Zei­chen des Todes Gottes, aber zum Ausdruck der Verlorenheit des Menschen geworden, es wandelt sich in der willigen Übernahme durch Christus zum Zeichen der Erlösung und des Heils.

Nachfolgend Auszüge aus dem sogenannten „Goldenen Rosenkranz“ des Hl. Ludwig Maria von Montfort als eine Hilfe beim privaten Beten des schmerzhaften Rosenkranzes. In diesem Fall kann vor dem „Gegrüßet seist Du, Maria“ der jeweilige Satz betrachtet werden und helfen, jedes Gesetzchen gleichsam von zehn verschiedenen „Blick­winkeln“ zu meditieren.

Betrachtung

Erstes Geheimnis:

Todesangst Jesu

1. Jesus begann traurig und betrübt zu werden, und Angst befiel ihn.

2 „Meine Seele ist betrübt bis in den Tod, wachet und betet mit mir.“

3.„Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mit vorüber, doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

4. Er ging zu seinen Jüngern und fand sie schlafend.

5. "Vater, wenn es möglich ist, dass dieser Kelch an mir vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so möge Dein Wille geschehen!“

6.Er kam abermals und fand sie schlafend.

7.Er verließ sie, ging wieder und wiederholte dieselben Worte zum dritten Mal.

8.Alsdann erschien ihm ein Engel des Himmels und stärkte ihn.

9.Als ihn die Todesangst befiehl, betete er noch inständiger.

10.Und sein Schweiß rann wie Blutstropfen zur Erde.

Zweites Geheimnis:

Die Geißelung Jesu

1. „Sei gegrüßt, Meister!“ Und Judas küsste ihn.

2.„Freund wozu bist du gekommen? Mit einem Kusse verrätst du den Menschensohn?“

3.Sie fesselten ihn. Die Jünger aber flohen hinweg von ihm.

4.Sie führten ihn zu Annas... einer der Schergen schlug Jesus ins Angesicht.

5.Annas schickte ihn gefesselt zu Kaiphas.

6.„Ich kenne diesen Menschen nicht!“ — Der Herr wandte sich um und blickte nach Petrus.

7.Pilatus: „Du bist also König?“ —„Du sagst es, ich bin König.“

8.Pilatus sandte ihn zu Herodes, der sich über ihn belustigte.

9.„Nein, nicht diesen, sondern Barabbas!“

10.Alsdann nahm Pilatus Jesus hinweg und ließ ihn geißeln.

 

Drittes Geheimnis:

Die Dornenkrönung

1.Die Soldaten führten Jesus in den Vorhof und bekleideten ihn mit einem Purpurgewand.

2.Dann flochten sie eine Dornenkrone und drückten sie ihm aufs Haupt.

3.In die rechte Hand gaben sie ihm ein Schilfrohr.

4.Und indem sie die Knie vor ihm beugten, verspotteten sie ihn, und sagten: „Sei gegrüßt, Du König der Juden!“

5.Sie spieen ihm ins Angesicht und schlugen sein Haupt mit dem Schilfrohr.

6.Und sie gaben ihm Ohrfeigen.

7.„Seht an welch ein Mensch!“ —„Hinweg mit ihm! Ans Kreuz mit ihm!“

8.„Seht euren König!“ — „Wir ha­ben keinen anderen König als den Kaiser!“

9.„Ich finde keine Schuld an ihm!“ — „Wenn du ihn befreist, bist du nicht ein Freund Kaisers!“

10."Ich bin unschuldig am Blute dieses Gerechten!“ — „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“

 

Viertes Geheimnis:

Die Kreuztragung

1.I. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt.

2.II. Station: Jesus nimmt das schwere Kreuz auf seine Schul­tern.

3.III. Station: Jesus fällt zum ers­ten Mal unter dem Kreuz.

4.IV. Station: Jesus begegnet sei­ner tief betrübten Mutter.

5.V. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.

6.VI. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

7.VII. Station: Jesus fällt abermals unter der Last des Kreuzes.

8.VIII. Station: Jesus spricht zu den weinenden Frauen.

9.IX. Station: Jesus fällt zum drit­ten Mal unter der Last des Kreu­zes.

10.X. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt.

 

Fünftes Geheimnis:

Die Kreuzigung

1.XI. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt.

2.Erstes Wort: „Vater, verzeih ih­nen, denn sie wissen nicht was sie tun.“

3.Zweites Wort: „Heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein ...„

4.Drittes Wort: „Siehe da, Deinen Sohn, siehe da, Deine Mutter!“

5.Viertes Wort: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich ver­lassen!“

6.Fünftes Wort: „Mich dürstet.“

7.Sechstes Wort: „Es ist vollbracht!“

8.Siebentes Wort: „Vater, in deine Hände empfehle ich meinenGeist!

XII.Station: Jesus stirbt.

9.XIII. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß Mariens gelegt.

10.XIV. Station: Jesus wird ins Grab gelegt.